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Mali : Ausländische Soldaten müssen Flughafen Bamako verlassen

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Bundeswehrsoldaten sichern den Airbus A400M mit der deutschen Verteidigungsministerin auf dem Flughafen von Bamako während Baerbocks Westafrika-Reise im April 2022. Bild: dpa

Bundeswehrsoldaten sollen zur Stabilität Malis beitragen. Doch die Spannungen mit Staaten, die sich an der UN-Mission Minusma beteiligen, nehmen zu. Am Mittwoch will der Verteidigungsausschuss in Berlin über die Lage beraten.

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          Die Regierung im westafrikanischen Mali verbietet den Aufenthalt ausländischer Soldaten auf einem Teil des Flughafens in der Hauptstadt Bamako, auf dem sich auch ein UN-Stützpunkt befindet. Das schrieb das Verkehrsministerium in einer Mitteilung, die am Dienstag bekannt wurde. Das Verbot der „Aufnahme und Unterbringung“ ausländischer Soldaten richtet sich demnach gegen das Unternehmen „Sahel Aviation Services“, auf dessen Betriebsgelände sich ein Stützpunkt der Vereinten Nationen befindet. Dort sind auch Bundeswehrsoldaten im Rahmen der Friedensmission Minusma im Einsatz.

          Sämtliche ausländische Soldaten müssten innerhalb von 72 Stunden die Örtlichkeiten der Firma „SAS“ verlassen, hieß es weiter. Das Unternehmen verstoße gegen vertragliche Vereinbarungen und gefährde damit die Sicherheit Malis. Ob das Verbot praktisch die Auflösung des UN-Stützpunktes bedeutete, war zunächst nicht klar. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums erklärte, Kenntnis von dem Schreiben an „SAS“ zu haben. Welche Auswirkungen es auf den Bundeswehreinsatz in Mali habe, würde nun vom Einsatzführungskommando geprüft.

          Am Mittwoch wollte der Verteidigungsausschuss in Berlin über die aktuelle Lage in Mali beraten. Unter der Militärregierung von General Assimi Goita nahmen die Spannungen mit den Staaten wie Deutschland, die sich an der UN-Mission beteiligen, zuletzt deutlich zu.

          Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als politisch äußerst instabil. Seit dem bisher letzten Putsch im Mai 2021 wird das Land von einer militärischen Übergangsregierung geführt, die enge Beziehungen zu Russland pflegen soll. Dem Krisenstaat machen seit Jahren islamistische Terrorgruppen zu schaffen.

          Erst vor wenigen Tagen wurden zwei Militärposten angegriffen. Bei darauffolgenden Kämpfen seien insgesamt 15 Soldaten, drei Zivilisten sowie 48 Extremisten getötet worden, teilte das Militär mit.

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