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Mahmud Ahmadineschad : „Iran ist die zweite Weltmacht“

Er sei „bereit zur Diskussion” über das Nuklearprogramm seines Landes, sagte Ahmadineschad Bild: REUTERS

Der iranische Präsident sieht sein Land auf dem Weg zur Weltmacht. Zwar seien die Vereinigten Staaten weiterhin die führende Wirtschaftsmacht, doch sie seien damit gescheitert, das politische Weltgeschehen zu lenken.

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          Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad hat in New York vor in den Vereinigten Staaten lebenden Iranern gesagt, sein Land sei auf dem Weg, neben den Vereinigten Staaten zur bestimmenden Weltmacht zu werden. „Jeder weiß heute, dass nur zwei Mächte maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklungen in der Welt ausüben, das sind die Vereinigten Staaten und Iran“, sagte Ahmadineschad in New York nach einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Fars.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Deshalb sähen die meisten Teilnehmer der UN-Vollversammlung mit besonderer Spannung zwei Reden bei der Generaldebatte entgegen: „der des amerikanischen und der des iranischen Präsidenten“. Zwar seien die Vereinigten Staaten weiter die führende globale Wirtschaftsmacht, sie seien aber damit gescheitert, das politische Weltgeschehen zu lenken, wie die Konflikte im Irak und in Afghanistan zeigten. Iran erfreue sich dank seiner „Politik des Friedens, der Freundschaft und Gerechtigkeit“ weltweiter Anerkennung.

          Die Sanktionen sind wirkungslos

          Den Streit über das iranische Atomprogramm bezeichnete Ahmadineschad als Vorwand. Washington wisse, dass Iran keine Nuklearwaffen besitze und auch nicht danach strebe. Ahmadineschad hatte dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama mehrmals vorgeschlagen, sich am Rande der UN-Vollversammlung zu einer öffentlichen Aussprache zu treffen.

          Washington hat das Angebot zurückgewiesen und bekräftigt, Teheran solle den Forderungen des UN-Sicherheitsrates Folge leisten. In einem Gespräch mit dem Fernsehsender ABC sagte Ahmadineschad, er sei „bereit zur Diskussion“ über das Nuklearprogramm seines Landes. Die Sanktionen der Staatengemeinschaft gegen sein Land bezeichnete er als wirkungslos. Auf der jährlichen Generalversammlung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien warf der iranische Vertreter Soltanieh der UN-Behörde unterdessen vor, unter einer Glaubwürdigkeits-, Kompetenz- sowie „moralischen Krise“ zu leiden. Seit der neue IAEA-Generaldirektor Amano einen schärferen Ton angeschlagen hat, haben sich die Fronten in Wien verhärtet.

          Der frühere amerikanische Außenminister Colin Powell sagte dem Sender NBC, ein amerikanischer oder israelischer Angriff auf Iran in nächster Zeit sei unwahrscheinlich. Es sei aber denkbar, dass sich Teheran durch die Sanktionen nicht von seinem Atomprogramm abbringen lasse, sagte Powell dem Sender NBC. Das müsse Washington dann hinnehmen.

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