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Fluglinie Mahan Air : Bundesregierung plant Sanktionen gegen Iran

  • Aktualisiert am

Ein Airbus A340-300 der iranischen Fluggesellschaft Mahan Air steht im Januar am Düsseldorfer Flughafen. Bild: Reuters

Wegen Anschlagsplänen des iranische Geheimdienstes in Europa wird die Bundesregierung vermutlich neue Sanktionen gegen Iran verhängen. Sie richten sich gegen eine iranische Fluglinie und übertreffen die geplanten Sanktionen der EU.

          Die Bundesregierung verhängt einem Medienbericht zufolge neue Sanktionen gegen den Iran. Grund sei der Verdacht, dass der Geheimdienst des Landes Mordanschläge in Europa verübt und weitere geplant habe, berichteten die „Süddeutsche Zeitung“ (Montagsausgabe), NDR und WDR. Demnach wird in dieser Woche das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig die Betriebserlaubnis für die iranische Mahan-Airline aussetzen.

          Die Gesellschaft fliegt pro Woche aus Teheran dreimal Düsseldorf und einmal München an. Das Auswärtige Amt habe auf Anfrage mitgeteilt, über „interne politische Abstimmungsprozesse“ werde „keine Auskunft“ erteilt.

          Mahan steht bereits seit 2011 auf einer Sanktionsliste der Vereinigten Staaten. Seit Jahren drängt die US-Regierung Verbündete, Mahan den Flugbetrieb zu untersagen. Auch der amerikanische Botschafter in Berlin Richard Grenell hatte auf Twitter immer wieder gefragt, warum es der Fluglinie erlaubt sei, nach Düsseldorf und München zu fliegen. Ihr Geschäftsführer, Hamid Arabnedschad Chanooki, soll enge Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden haben. Mit den Mahan-Maschinen werden nach US-Angaben Kämpfer, Waffen und Munition nach Syrien geflogen, heißt es in den Berichten.

          Sanktionen gehen über Strafen der EU hinaus

          Die EU hatte bereits Anfang des Monats Sanktionen gegen Teheran verhängt. Das Flugverbot würde über diese hinausgehen. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste und Ermittlungen der Justiz soll der iranische Geheimdienst in den vergangenen Jahren höchstwahrscheinlich zwei Morde in den Niederlanden begangen und Anschläge, etwa in Paris und Dänemark, geplant haben. Mit der Enttarnung eines mutmaßlichen iranischen Spions bei der Bundeswehr haben die neuen Sanktionen demnach wohl nichts zu tun.

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