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Mafia in Italien : Drei Heilige Könige und eine unheilige Allianz

Waffenfund: die italienische Polizei präsentiert Gewehre, die bei einer großen Anti-Mafia-Operation am Donnerstag beschlagnahmt wurden. Bild: AFP

Stimmenkauf, illegale Geschäfte und Geheimnisverrat – die größte Anti-Mafia-Operation seit Jahren hat gezeigt, wie die ’ndrangheta die Politik infiltriert hat.

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          Italienische Ermittler haben in der Nacht zum Donnerstag einen merkwürdigen Zettel gefunden. Auf dem linierten Blatt steht in krakeliger Handschrift geschrieben: „Im Namen von Kaspar, Melchior und Balthasar und Karl dem Großen, der auf seinem Schimmel alle Feinde seines Königreichs vernichtete.“ Dann werden Mantel, Schimmel und Kurzschwert Karls des Großen genannt, bevor das entscheidende Stichwort fällt.

          Thomas Jansen

          Redakteur in der Politik.

          Was wie ein vorweihnachtlicher Kinderspaß klingt, ist nach Erkenntnissen der Polizei eine Ernennungsurkunde aus der italienischen Unterwelt: Die Beförderung eines Mitglieds der ’ndrangheta zum „Trequartino“ (Dreiviertel). So wird der dritthöchste Rang in der Hierarchie der kalabrischen Mafia genannt. Die Polizei fand den Zettel mit der Anrufung der Heiligen Drei Könige im Verlauf einer der größten Operationen gegen das organisierte Verbrechen, die Italien je gesehen hat: 334 Mafiosi und deren Helfer wurden im ganzen Land, von Venetien bis Sizilien, festgenommen. Gegen 84 weitere Personen wurden Ermittlungen eingeleitet, mehr als dreitausend Polizisten waren im Einsatz, beschlagnahmt wurden Güter im Wert von 15 Millionen Euro. Es geht um Mord, Geldwäsche, Erpressung, Drogenhandel und zahlreiche weitere illegale Geschäfte.

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