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Venezuelas Grenzen : Mit Gewalt gegen die Helfer

Scharfe Kritik von Amerikas Außenminister

Der feierte die Blockade der humanitären Hilfsaktion schon am Samstag als einen Sieg. In Caracas sprach er vor Tausenden Anhängern auf einer Kundgebung unter dem Motto „Hände weg von Venezuela“. „Der Staatsstreich ist gescheitert“, sagte Maduro und bezeichnete Guaidó als „Clown, Hampelmann“ und als eine „Marionette“ des amerikanischen Imperialismus. Am Abend übertrug das Staatsfernsehen eine Tanzeinlage Maduros mit seiner Frau. Er sei „stärker als jemals zuvor“ und entschlossen, das Land zu regieren und die Revolution zu verteidigen, sagte Maduro.

Man werde dem Putsch und der amerikanischen Intervention die Stirn bieten. Minuten später kündigte er den Abbruch der politischen und diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien an und wies die Diplomaten der „faschistischen Regierung“ Kolumbiens an, das Land binnen 24 Stunden zu verlassen. Der kolumbianische Außenminister Carlos Holmes Trujillo stellte zwar klar, dass Kolumbien die „Usurpator-Regierung“ Maduros nicht anerkenne. Doch ordnete er zum Schutz der Diplomaten deren Rückkehr nach Kolumbien an. Am Sonntag riegelte das Land die Grenze zu Venezuela für die Dauer von 48 Stunden vollständig ab. Die kolumbianische Migrationsbehörde teilte mit, bei den Zusammenstößen von Demonstranten mit Sicherheitskräften seien Schäden entstanden, die repariert werden müssten.

In etlichen venezolanischen Städten waren tags zuvor Demonstrationszüge der Opposition in Richtung der Militärkasernen gelaufen. Die Sicherheitskräfte versuchten, die Kundgebungen mit Tränengas und Gummischrot aufzulösen. Ziel der Demonstranten war es, den Uniformierten ins Gewissen zu reden und sie zum Seitenwechsel anzuhalten. Die erhoffte Welle von Deserteuren blieb jedoch aus. Im Laufe des Tages schlugen sich lediglich etwas mehr als sechzig Polizisten und Soldaten auf die Seite Guaidós. Sie wurden auf der kolumbianischen Seite euphorisch empfangen.

Maduro küsst in Caracas eine Nationalflagge

Die Führungsspitze der Armee steht weiterhin geschlossen hinter Maduro. Einen Rückschlag hatte das Regime allerdings am Donnerstag erfahren, als sich der frühere Chef des Geheimdienstes, Hugo Carvajal, öffentlich hinter Guaidó stellte. Carvajal diente Jahrzehnte in der Armee und galt als ein enger Vertrauter des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez. Er leitete mehr als zehn Jahre die Spionageabteilung und Spionageabwehr der Armee und dürfte bestens Bescheid wissen über Chávez und Maduro sowie die gesamte Armeespitze. Ihm werden Verbindungen zur früheren Farc-Guerrilla und zum Drogenhandel nachgesagt, weshalb er auf einer schwarzen Liste des amerikanischen Finanzministeriums steht.

Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo verurteilte die Gewalt des Regimes noch am Samstagabend scharf. Er legte allerdings nicht näher dar, welche Konsequenzen Washington ziehen will. Die Vereinigten Staaten „werden Maßnahmen ergreifen gegen jene, die sich gegen die friedliche Wiederherstellung der Demokratie in Venezuela stellen“, schrieb Pompeo auf Twitter ohne Details. Pompeo forderte das venezolanische Militär zudem auf, „seine Pflicht zu tun und die Bürger des Landes zu beschützen“.

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