https://www.faz.net/-gpf-9tffz

Verteidigungsallianz : Macron will Grundsatzdebatte bei Londoner Nato-Gipfel

  • Aktualisiert am

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Bild: AFP

Frankreichs Staatschef will bei dem Nato-Gipfel im Dezember grundsätzlich über den Sinn der westlichen Allianz sprechen. Er hatte das Militärbündnis zuvor für „hirntot“ erklärt.

          1 Min.

          Nach seiner scharfen Nato-Kritik will der französische Staatschef Emmanuel Macron beim Gipfel des Militärbündnisses in London eine Grundsatzdebatte führen. Bei dem Spitzentreffen am 3. und 4. Dezember müsse auch über den Sinn der westlichen Allianz sowie geografische und operative Prioritäten gesprochen werden, verlautete aus Kreisen des Élyséepalastes. Zu Vorbereitung des Gipfels sei es unter anderem ein Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geplant, ein Termin wurde nicht genannt.

          Macron hatte die Nato vor kurzem in einem Interview als „hirntot“ bezeichnet. Es gebe bei strategischen Entscheidungen keine Koordinierung zwischen den Vereinigten Staaten und den anderen Nato-Partnern. Er forderte mehr europäische Eigenständigkeit und warnte, die Vereinigten Staaten seien kein zuverlässiger Partner mehr. Merkel wies die Einlassung Macrons bereits am Tag der Veröffentlichung des Interviews mit der britischen Zeitschrift „Economist“ mit deutlichen Worten zurück.

          Gespräch mit Trump geplant

          Macron werde vor dem Gipfel auch mit seinem amerikanischen Kollegen Donald Trump und dem britischen Premier Boris Johnson sprechen, hieß es weiter aus den Kreisen des Pariser Präsidialamts.

          Eine stärkere europäische Verteidigung richte sich nicht gegen die Nato, sei aber als eine Ergänzung der Allianz unerlässlich. Mit Blick auf das umstrittene Interview im „Economist“ hieß es, es sei – auch in der EU-Politik – manchmal nötig, „Warnsignale“ zu geben. Macron habe nicht gesagt, dass sein Land die Nato verlassen wolle.

          Weitere Themen

          Kein Pass für Muslime

          Proteste in Indien : Kein Pass für Muslime

          Ein neues Gesetz zur Staatsbürgerschaft bringt Indiens Regierung in Bedrängnis. Für viele wird die Einbürgerung leichter, nur für die Muslime nicht. Kritiker werfen Neu-Delhi religiöse Diskriminierung vor.

          Das Parlament meldet sich zu Wort

          5G-Ausbau : Das Parlament meldet sich zu Wort

          Im Bundestag präsentieren die Fraktionen eigene Positionen zur Beteiligung Huaweis am 5G-Ausbau und geben sich strenger als die Bundesregierung. Die will allerdings kaum einen Dissens erkennen.

          Topmeldungen

          Die draußen gegen die drinnen: Aktivisten demonstrieren am Mittwoch vor den Türen der Messehalle in Madrid.

          Klimagipfel in Madrid : Aufbruch im Mäuseschritt

          Beim Klimagipfel in Madrid trifft Protest auf Politik, ehrgeizig wollen alle sein. Doch im Inneren der Messehalle sind selbst kleine Kompromisse mühsam – vielversprechend klingt nur der „Green Deal.“
          Christine Lagarde auf der Pressekonferenz in Frankfurt

          EZB-Präsidentin Lagarde : Zinsentscheid mit einem Lächeln

          Die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, stellt sich erstmals nach einer Ratssitzung der Presse. Den Zinssatz lässt sie unverändert, doch ihr Stil unterscheidet sich deutlich von dem ihres Vorgängers Draghi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.