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Macron und Russland : In Putin hineinversetzt

Ende der Eiszeit: Russlands Präsident Wladimir Putin (r) trifft Emmanuel Macron (l) und seine Frau Brigitte Ende August in Südfrankreich. Bild: dpa

Vor zwei Jahren war Emmanuel Macron noch der Präsidentschaftskandidat, den Wladimir Putin verhindern wollte. Doch nun bewertet Frankreichs Präsident das Verhältnis zu Russland neu. Woher kommt diese Kehrtwende?

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          Mit seinem drastischen „Weckruf“ an die Europäer hat der französische Präsident Emmanuel Macron ein wichtiges Ziel erreicht. Die schläfrige Debatte über die strategische Positionierung der EU hat sich in eine quicklebendige verwandelt. Das gilt insbesondere für die Frage, wie sich die EU ihr künftiges Verhältnis zu Russland vorstellt. Bei den Diskussionen über die Rolle Moskaus in der Ukraine-Krise, im Syrien-Krieg oder zum Ostseepipelineprojekt Nordstream 2 waren unterschiedliche Bewertungen zu Tage getreten, aber nie mit der jetzt erreichten Trennschärfe vorgetragen worden.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          „Russland ist nicht unser strategischer Partner, sondern unser strategisches Problem“, hat der EU-Ratspräsident Donald Tusk jetzt seinen „französischen Freund“ in seiner Abschiedsrede am Europakolleg in Brügge zurechtgewiesen. Macron hat diese Klarstellung geradezu herausgefordert, nachdem er sich für das Nachrichtenmagazin „The Economist“ in den Kopf Wladimir Putins hinein versetzte. Das war eine ungewöhnliche Vorgehensweise, denn eigentlich sollte man erwarten, dass der Präsident das Verhältnis vom französischen und europäischen Standpunkt aus analysiert.

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