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Laizistische Schutzmacht : Wie sich Macron für Christen im Irak einsetzt

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron besucht am 29. August 2021 die zerstörte Kathedrale Notre Dame de l’Heure in Mossul. Bild: AFP

Demonstrativ hat Präsident Macron im Irak der christlichen Minderheit Unterstützung zugesagt. Ihn leiten dabei eine mehr als 150 Jahre alte Tradition und innenpolitisches Kalkül.

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          Kaum ein Land ist so auf die Trennung von Kirche und Staat bedacht wie Frankreich. Deshalb lässt es aufmerken, dass Präsident Emmanuel Macron auf seiner Irakreise an Frankreichs historische Rolle als Schutzmacht der Orientchristen anknüpfte. Bei einem Besuch in Mossul sicherte er der christlichen Minderheit dort Unterstützung unter anderem beim Wiederaufbau zerstörter Gotteshäuser und Schulen zu. An der Kirche Notre Dame de l’Heure im Herzen von Mossul betonte er „die jahrhundertealten Bande mit den Christen des Orients“. Frankreich setze sich für die Pluralität ein, die den Reichtum des Iraks ausmache, sagte er.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Macron kündigte an, dass Frankreich ein Konsulat in Mossul eröffnen werde, um die Instandsetzung und Pflege christlicher Kult- und Kulturstätten besser begleiten zu können. „Ich komme als Präsident, der mit den Orientchristen arbeiten will. Ich mag das Wort Minderheit nicht sehr. Ich möchte, dass die Christen hier keine Angst haben müssen“, sagte er. Von den ehemals 45.000 Christen, die bis 2003 in der Stadt lebten, sind die meisten geflüchtet. Vor der amerikanischen Besatzung wurde die Zahl der im Irak lebenden Christen auf 1,3 bis 1,5 Millionen geschätzt. Heute verbleiben im ganzen Land zwischen 300.000 und 500.000.

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