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Völkermord in Ruanda : Macron will Rolle Frankreichs prüfen lassen

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich am Freitag mit Überlebenden des Genozids im Pariser Elysée-Palast getroffen. Bild: EPA

Ein Gremium soll die Rolle Frankreichs in dieser Zeit analysieren und zu einem besseren Verständnis des Genozids beitragen. Die Frage nach der Mitschuld belastet die Beziehung zwischen den beiden Ländern bis heute.

          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die Rolle seines Landes während des Völkermords in Ruanda vor 25 Jahren prüfen lassen. Macron habe eine Historiker-Kommission ins Leben rufen, die „alle französischen Archive in Bezug auf Ruanda zwischen 1990 und 1994“ einsehen solle, erklärte Macron am Freitag im Elysée-Palast.

          Das acht Geschichtswissenschaftler umfassende Gremium solle die Rolle und das Engagement Frankreichs in dieser Zeit analysieren und zu einem besseren Verständnis des Genozids beitragen. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen binnen zwei Jahren in einem Bericht zusammengefasst werden. Zudem würde das Material dazu genutzt werden, Menschen in Frankreich über den Völkermord aufzuklären, hieß es.

          In der früheren deutschen und belgischen Kolonie Ruanda hatten Angehörige der Volksgruppe der Hutu 1994 binnen drei Monaten mindestens 800.000 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren Angehörige der Minderheit der Tutsi, aber auch viele gemäßigte Hutu wurden getötet. Viele der Täter waren Staatsbedienstete, etwa aus Armee oder Polizei. In Ruanda wird am Sonntag des Beginns des Genozids vor 25 Jahren gedacht. Ruanda hat Frankreich vorgeworfen, sich durch seine Unterstützung der damaligen ruandischen Regierung an dem Völkermord mitschuldig gemacht zu haben. Französische UN-Truppen hätten zudem einigen Tätern bei der Flucht geholfen – eine gewisse Anzahl habe Asyl in Frankreich bekommen.

          Paris hat bisher jegliche Mitschuld an dem Blutbad abgelehnt, was die Beziehungen zwischen beiden Ländern bis heute belastet. Neben der Historiker-Kommission kündigte Macron nun außerdem an, die Verfolgung mutmaßlicher Täter von damals in Frankreich voranbringen zu wollen.

          Das ostafrikanische Ruanda hat sich in den vergangenen Jahren zwar wirtschaftlich von den Folgen des Genozids erholt und gilt als Vorzeigeland auf dem Kontinent. Doch das Trauma ist trotz allseits gelobter Aufarbeitung nach wie vor im ganzen Land ausgeprägt. Der autoritäre Führungsstil von Präsident Paul Kagame, der als Rebellengeneral zum Ende des Mordens beitrug und als Garant des wirtschaftlichen Erfolges gilt, hat ihm zuletzt auch international viel Kritik eingebracht.

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