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Eine „große Ungerechtigkeit“ : Macron lehnt bedingungslose Rückkehr Russlands zu G 7 ab

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin bei einem Treffen im südfranzösischen Bormes-les-Mimosas Bild: AP

Der französische Präsident lehnt eine Rückkehr Russlands in den Kreis der G-7-Staaten ab – zumindest solange nicht eine zentrale Bedingung erfüllt werde. Dennoch signalisiert Macron Gesprächsbereitschaft mit Moskau.

          Der französische Präsident Emmanuel Macron hat am Mittwoch in Paris Äußerungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump über eine bedingungslose Rückkehr Russlands zu den G-7-Treffen zurückgewiesen. Kurz vor dem G-7-Gipfel in Biarritz warnte Macron davor, Wladimir Putin ohne Vorbedingungen wieder einzuladen. Zunächst müsse der Konflikt mit der Ukraine beigelegt werden, andernfalls sei eine Einladung eine „große Ungerechtigkeit“.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der der britische Premierminister Boris Johnson schlossen eine Wiederaufnahme Russlands in den Kreis der G 7 ohne eine Einigung in der Ukraine aus. Johnson verwies bei seiner Absage zudem auf den Einsatz chemischer Waffen im britischen Salisbury, für den London Russland verantwortlich macht. Der russische Außenminister Sergej Lawrow zeigte sich bei einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas in Moskau hingegen offen für eine Rückkehr in die Staatengruppe.

          Bei seinem Gespräch mit Putin an der Cote d‘Azur sei allerdings „eine positive Dynamik“ entstanden, die ein Gipfeltreffen im sogenannten Normandie-Format (Russland, Ukraine, Deutschland, Frankreich) in den nächsten Wochen möglich machte, sagte Macron vor der Journalistenvereinigung „Presse Présidentielle“. Beim G-7-Gipfel am Samstag in Biarritz will er sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Vier-Augen-Gespräch dazu abstimmen. Putin sei zu Fortschritten in der Frage des Gefangenenaustausches sowie der Demilitarisierung auf dem Donbass bereit.

          Langfristig sei es im Interesse Europas, Russland in den Kreis der wichtigsten Industriestaaten wieder einzugliedern. „Russland verfügt über das Bruttoinlandsprodukt Spaniens. Es braucht Verbündete. Es wäre mir lieber, wenn das Europa wäre und nicht China“, sagte der Präsident. Deshalb sei es entscheidend, den Ukraine-Konflikt beizulegen. Noch sei es zu früh, sich zur Lage auf der Krim-Halbinsel zu äußern. Aber der neue ukrainische Präsident Wlodomir Selenskji habe ein neues Kapitel in den Verhandlungen aufgeschlagen, sagte Macron. „Wir können Russland nicht den Rücken kehren“, sagte er. Beim G-7-Gipfel werde es kein Abschlusskommuniqué geben, um eine offene Aussprache zu ermöglichen.

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