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Macron kritisiert Trumps Abzug : „Ein Verbündeter ist es sich schuldig, verlässlich zu sein“

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Ein erwzungenes Lächeln: Emmanuel Macron ist enttäuscht von Donald Trumps Syrienplänen. Bild: AFP

Frankreichs Staatschef Macron lobt im Tschad Fortschritte beim Antiterror-Kampf in der Region. Über den Rückzug des mächtigen Verbündeten Amerika aus Syrien zeigt er sich dagegen enttäuscht.

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          Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat den angekündigten Rückzug Amerikas aus dem Kriegsland Syrien kritisiert. „Ein Verbündeter ist es sich schuldig, verlässlich zu sein“, sagte Macron am Sonntag nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen aus dem Tschad, Idriss Déby. „Verbündete zu sein, das heißt, Schulter an Schulter zu kämpfen.“

          Die Vereinigten Staaten hatten erst am Mittwoch ihren Truppenabzug aus Syrien angekündigt, wo Frankreich ebenfalls militärisch im Antiterror-Kampf engagiert ist. „Ich bedauere zutiefst die Entscheidung, die in Syrien getroffen wurde“, sagte Macron in N’Djamena. Er lobte den amerikanischen Verteidigungsminister James Mattis, der wegen Meinungsverschiedenheiten mit Präsident Donald Trump Ende diesen Jahres seinen Posten verlassen wird, als einen verlässlichen Gesprächspartner. Mattis hatte eigentlich angekündigt, bis zum Ende Februar im Amt zu bleiben, doch Trump entschied sich, ihn schon zum kommenden Jahr für Patrick Shanahan auszutauschen.

          Macron hatte zuvor die „beispielhafte Zusammenarbeit“ seines Landes mit den Amerikanern im Sahel-Gebiet hervorgehoben. Der 41 Jahre alte Präsident Frankreichs sieht in der Region Fortschritte beim Kampf gegen den Terrorismus. Vor rund 1000 französischen Soldaten sagte er, sie hätten „radikale islamistische Gruppen geschwächt“. Er erwähnte dabei den Einsatz im westafrikanischen Mali, bei dem französische Soldaten laut Medienberichten von Ende November mindestens 30 mutmaßliche Extremisten getötet hatten. Der Staatschef hob auch europäische Verbündete in der Region hervor, dies seien Großbritannien, Spanien, Deutschland und Estland.

          In großen Teilen der Sahelzone – einem Gebiet südlich der Sahara, das sich vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt – sind Terrorgruppen und kriminelle Netzwerke aktiv. Für den französischen Militäreinsatz „Barkhane“ sind rund 4500 Soldaten mobilisiert. Macron rief die Soldaten auf, beim Aufbau einer gemeinsamen Truppe der sogenannten G5-Sahel-Staaten Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und Tschad mitzuhelfen. Diese Militärtruppe kämpft gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität. „Die nächsten Monate werden entscheidend sein“, sagte Macron.

          Der Tschad kämpft an mehreren Fronten gegen den Terrorismus. Unweit der Hauptstadt N’Djamena liegen der Tschadsee und das unruhige Grenzgebiet zu Nigeria, wo die islamistische Terrorgruppe Boko Haram ihr Unwesen treibt. Deutschland und Frankreich erhoffen sich vom Antiterrorkampf im Sahel-Gebiet auch mehr Sicherheit für Europa und einen Rückgang der illegalen Migration. Deutschland beteiligt sich mit rund 850 Soldaten an der UN-Friedensmission zur Stabilisierung Malis. Dazu kommen Soldaten für den EU-Ausbildungseinsatz in Mali.

          Déby regiert seit 1991 mit harter Hand die ölreiche französische Ex-Kolonie. Der zentralafrikanische Staat mit rund 15 Millionen Einwohnern ist einem UN-Index zufolge das viertärmste Land der Welt.

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