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Übergriff gegen Schwarzen : Macron kritisiert „beschämenden“ Fall von Polizeigewalt

  • Aktualisiert am

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am 21. November in Paris Bild: EPA

Nach dem Bekanntwerden von Bildern, die das gewaltsame Vorgehen von Polizisten gegen einen Schwarzen zeigen, spricht Macron von „inakzeptabler Aggression“. Die Anwältin des Opfers äußert schwere Vorwürfe.

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          Nach der Empörung über einen neuen Fall von Polizeigewalt gegenüber einem Schwarzen in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron von einer „inakzeptablen Aggression“ gesprochen und seine Regierung aufgefordert, Vorschläge für eine „effektivere“ Bekämpfung von Diskriminierung vorzulegen.

          Die Aufnahmen von Polizisten, die einen schwarzen Musikproduzenten in seinem Pariser Studio zusammengeschlagen und beschimpft hatten, seien „beschämend“, kritisierte Macron in einer in den Online-Netzwerken veröffentlichten Erklärung am Freitagabend. „Frankreich darf niemals zulassen, dass Hass oder Rassismus gedeihen“, erklärte Macron. Er forderte eine „vorbildliche Polizei“.

          Zuvor hatte Macron sich bereits „schockiert“ über Videoaufnahmen des Angriffs gezeigt. Seinen Innenminister Gérald Daramanin forderte er auf, klare Sanktionen gegen die an der Gewalt beteiligten Polizisten zu verhängen.

          Geschlagen und getreten

          Der Musikproduzent war vor rund einer Woche von Polizisten geschlagen, getreten und rassistisch beleidigt worden. Ein am Donnerstag veröffentlichtes Video zeigt, wie die Polizisten den Musikproduzenten im Eingang seines Produktionsstudios massiv attackieren.

          Vier Beamte wurden daraufhin suspendiert und am Freitagnachmittag in Gewahrsam genommen; sie müssen mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Drei Beamten werden nun unter anderem Gewalt durch Amtspersonen rassistischer Natur, Hausfriedensbruch und Fälschung öffentlicher Dokumente vorgeworfen. Dem vierten Beamten werden etwa Gewalt durch Amtspersonen und Sachbeschädigung zur Last gelegt.

          Gegenüber den Ermittlern hatten die Polizisten angegeben, der Produzent habe auf der Straße keine Corona-Schutzmaske getragen und sich ihnen widersetzt.

          Protest gegen Polizeigewalt in Paris am 24. November
          Protest gegen Polizeigewalt in Paris am 24. November : Bild: AP

          „Diese Polizisten haben keinen Mist gebaut, sie sind Straftäter, die schwere Verbrechen begangen haben“, sagte die Anwältin des Musikproduzenten, Hafida El Ali, am Freitag dem Sender BFM TV. Sie hätten ihren Mandanten mehrfach mehrere Minuten lang geschlagen. Sie sei sich sicher, dass ihr Mandant ohne das Überwachungsvideo im Gefängnis säße. Der Musikproduzent hatte angeben, von den Polizisten mehrfach rassistisch beleidigt worden zu sein.

          Die Kritik an der Polizei nach dem Bekanntwerden der Bilder reißt in Frankreich unterdessen nicht ab. Zahlreiche Politiker, aber auch Sportler zeigten sich nach der Veröffentlichung des Videos schockiert. Die französischen Top-Fußballer Antoine Griezmann und Kylian Mbappé drückten auf Twitter ihr Entsetzen aus. Mbappé bezeichnete die Bilder von der Tat als „unerträglich“. Innenminister Darmanin muss sich am Montag in der Nationalversammlung zu den Vorfällen erklären.

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