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Macron-Herausforderer : Bertrand warnt vor einem Bürgerkrieg

„Von neuem Sicherheit“: Recht und Ordnung hat im Programm des rechtsbürgerlichen französischen Präsidentschaftskandidaten Xavier Bertrand hohe Priorität. Bild: AFP

Vom automatischen Einzug von Geldbußen bis hin zur Todesstrafe: Die französische Rechte überbietet sich mit Law-and-Order-Parolen. Amtsinhaber Emmanuel Macron hingegen will die Polizei stärker kontrollieren.

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          „Von neuem Sicherheit“ steht in dicken Lettern am Rednerpult des rechtsbürgerlichen Präsidentschaftskandidaten Xavier Bertrand. Am Mittwoch hat der Regionalratspräsident Nordfrankreichs sein Programm für die innere Sicherheit vorgestellt, einen Tag nach Präsident Emmanuel Macron Rede zum Abschluss der nationalen Sicherheitskonferenz in Roubaix bei Lille. Bertrand versprach den Franzosen „ein Ende der Straflosigkeit“, sollten sie ihm im nächsten April die Stimme geben. Präsident Macron hielt er vor, keine Vorstellung davon zu haben, wie „sehr unsere Mitbürger der Gewalt, dem Gesetz der Banden und kriminellen Gangs ausgeliefert“ seien. Wenn nichts geschehe, „droht morgen ein Bürgerkrieg“, warnte der Präsidentenanwärter.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Mit seinem strammen Diskurs über Recht und Ordnung will Bertrand auch den Wettstreit im rechten Parteienspektrum für sich entscheiden. Nicht nur Marine Le Pen, sondern auch der rechtsextreme Publizist Eric Zemmour sowie vier Rivalen aus seiner früheren Partei Les Républicains (LR) überbieten einander mit Law-and-Order-Parolen mit Blick auf den Präsidentenwahlkampf. Zemmour will die Todesstrafe sofort wieder einführen, Le Pen zieht ein Referendum darüber in Erwägung. Bertrand plant, dass Strafmaß für Terroristen von 30 auf 50 Jahre zu erhöhen, damit kein Attentäter auf freien Fuß komme. Den Kampf gegen den islamistischen Terrorismus bezeichnete er „als Krieg unserer Generation“.

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