https://www.faz.net/-gpf-9xy7y

Finanzieller Zusammenhalt : Macron fordert mehr europäische Solidarität in Corona-Krise

  • Aktualisiert am

Der französische Präsident Macron fordert mehr europäische Solidarität in der Corona-Krise. Bild: AFP

Frankreichs Präsident heizt die Debatte über „Corona-Bonds“ an, die das Risiko von Krediten auf alle EU-Staaten verteilen sollen. Die Summe sei „zweitrangig“, es sei wichtig, ein Zeichen zu setzen, sagte Macron – trotz der „Zurückhaltung“ Deutschlands..

          1 Min.

          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in der Debatte über „Corona-Bonds“ mehr europäische Solidarität angemahnt und indirekt die Bundesregierung kritisiert. „Wir werden diese Krise nicht ohne eine starke europäische Solidarität in Bezug auf Gesundheits- und Haushaltsfragen überwinden“, sagte Macron in einem Interview mit den italienische Zeitungen „Corriere de la Serra“, „La Stampa“ und „La Repubblica“. „Es wird viel geredet über chinesische oder russische Hilfe“, sagte der französische Präsident. „Aber warum sprechen wir nicht darüber, dass Frankreich und Deutschland Italien zwei Millionen Atemmasken und Zehntausende Schutzanzüge geliefert haben?“ Das sei zwar nicht genug, aber ein Anfang. „Wir dürfen uns nicht berauschen lassen von dem was unsere internationalen Partner und Konkurrenten sagen.“ Frankreich stehe Italien bei, so Macron.

          „Europa muss sich stolz und stark fühlen, weil es das ist“, sagte Macron weiter. Zugleich bekräftigte er seine Forderung nach einem stärkeren finanziellen Zusammenhalt unter den EU-Ländern. Beim jüngsten EU-Gipfel hatte Frankreich zusammen mit anderen EU-Staaten Gemeinschaftsanleihen gefordert, die das Risiko von Krediten auf alle EU-Staaten verteilen. Nicht zuletzt Deutschland lehnt solche „Corona-Bonds“ aber ab. Macron warnte in den italienischen Zeitungen nun, Italien und das ebenfalls stark vom Coronavirus betroffene Spanien könnten anderen EU-Ländern mangelnde Unterstützung vorwerfen, wenn sie keine Solidarität zeigten. „Solch ein eigennütziges und geteiltes Europa will ich nicht.“

          Die EU müsse gemeinsam handeln, um die Kosten dieser schweren Krise zu schultern, sagte Macron. Dies könne über ein „gemeinsames Schuldeninstrument“ oder eine Aufstockung des EU-Haushalts zur Unterstützung der am schwersten betroffenen Länder geschehen. Die Summe sei „zweitrangig“, es sei wichtig, ein Zeichen zu setzen. Trotz der „Zurückhaltung“ Deutschlands und anderer Länder „müssen wir diesen Kampf fortführen“, sagte Macron.

          Weitere Themen

          EU macht Druck auf Großbritannien Video-Seite öffnen

          Flüchtlingsdrama im Ärmelkanal : EU macht Druck auf Großbritannien

          Nach dem Flüchtlingsdrama im Ärmelkanal mit 27 Toten haben EU-Vertreter beschlossen, die „gemeinsame Zusammenarbeit mit Großbritannien zu verbessern“. Das geht aus der Abschlusserklärung eines Krisentreffens im nordfranzösischen Calais hervor.

          Topmeldungen

          Die neue schwedische Ministerpräsidentin: Magdalena Andersson

          Schwedische Regierungschefin : Andersson zum zweiten Mal gewählt

          Nur fünf Tage nach ihrem Rücktritt ist die Sozialdemokratin Magdalena Andersson zum zweiten Mal zur schwedischen Regierungschefin gewählt worden. Regieren muss sie aber mit dem Haushalt der bürgerlichen Opposition.
                        So nicht? Der Abriss eines Hauses ist generell kaum als nachhaltig zu bezeichnen.

          Nachhaltige Gebäude : Häuser gegen den Klimawandel

          Im Sinne der Nachhaltigkeit müssen Gebäude länger stehenbleiben. Dafür sollen sie künftig als Wohnungen und für Gewerbe geplant werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.