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Macron baut Atomenergie aus : Die deutsche Wette

  • -Aktualisiert am

Präsident Emmanuel Macron bei der Vorstellung des Investitionsplans „France 2030“ in Paris Bild: AFP

Frankreich setzt beim Klimaschutz auf Kernenergie. Werden die Deutschen am Ende Atomstrom aus dem Nachbarland importieren?

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          Man muss nicht alles gleich machen, noch nicht einmal in der EU. Dass Frankreich allerdings beim Klimaschutz anders als Deutschland auf Atomenergie setzt, ist ein Weg, der sich für unseren wichtigsten Partner noch auszahlen könnte.

          Lässt man die Entsorgungsfrage beiseite, dann gibt es kaum einen schnelleren und wirtschaftlich attraktiveren Weg, um die CO2-Bilanz in der Energieversorgung zu verbessern. Kein Wunder, dass Macron nun auf einen massiven Ausbau setzt; er weiß sich international in guter Gesellschaft. In vielen Ländern entstehen neue Kernkraft­werke, der Unfall von Fukushima hat andere Gesellschaften nicht so erschreckt wie die unsrige.

          Der deutsche Sonderweg, den sicher auch die nächste Bundesregierung fortsetzen wird, ist eine große Wette darauf, dass ein hoch entwickeltes Industrieland, das im scharfen internationalen Wettbewerb steht, gleichzeitig aus Kohle und Kernkraft aussteigen kann. CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat im Wahlkampf oft auf die Dimension dieser Herausforderung hingewiesen; aber so, wie die Wähler ihn als Person nicht wollten, ist er auch mit seinen Themen nicht durchgedrungen.

          Die Kernkraft ist keine ideale Energiequelle, aber sie hätte auch in Deutschland das Potential gehabt, den Übergang in ein dekarbonisiertes Zeitalter zu erleichtern. Verlieren die Deutschen ihre Wette, dann werden sie Atomstrom aus Frankreich oder Kohlestrom aus Polen importieren müssen.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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