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Machtkampf in der Ukraine : Die Opposition stürmt Regierungsgebäude in weiteren Regionen

  • Aktualisiert am

Ein Demonstrant auf den Straßen Kiews Bild: REUTERS

Die Proteste in der Ukraine weiten sich auf den Norden und Osten des Landes aus. Demonstranten griffen dort Regierungsgebäude an. In Kiew brennen weiter die Barrikaden.

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          Die regierungskritischen Proteste in der Ukraine weiten sich immer weiter aus. Am Samstag griffen Demonstranten Regierungsgebäude im Norden und Osten des Landes an. Bereits am Vortag hatten Demonstranten Verwaltungsgebäude in sieben Regionen im Westen des Landes gestürmt und besetzt.

          Oppositionsanhänger stürmten am Samstag den Sitz der Regionalverwaltung von Poltawa östlich von Kiew. Auch in der Region Winniza westlich von Kiew wurde der Verwaltungssitz besetzt. In der Region Tschernig im im Norden des Landes versuchten Demonstranten laut Medienberichten, ein Gebäude der örtlichen Verwaltung einzunehmen.

          In Kiew waren am Samstag auch Oppositionspolitiker Vitali Klitschko und der prorussische Staatschef Viktor Janukowitsch abermals zusammengetroffen, um über die Krise des Landes zu sprechen. An den Gesprächen im Präsidialamt in Kiew nahmen für die prowestlichen Regierungsgegner auch der ehemalige Parlamentschef Arseni Jazenjuk sowie Nationalistenführer Oleg Tjagnibok teil, wie die Verwaltung des Staatsoberhaupts mitteilte. Thema sei die Suche nach einer Lösung der politischen Krise. Über die Dauer des Treffens wurde nichts bekannt.

          In der Hauptstadt der Ukraine war es am Samstag nach einem kurzen Waffenstillstand zu neuen Zusammenstößen zwischen gewaltbereiten Demonstranten und Sondereinheiten der Polizei gekommen. Nach dem Agrarministerium besetzten Regierungsgegner Büros des Energieministeriums. Der prorussische Präsident Viktor Janukowitsch ernannte unterdessen seinen Vertrauten Wladimir Makejenko zum neuen Chef der Verwaltung in Kiew. Der bisherige Parlamentsabgeordnete Makejenko, der in Russland geboren ist, gilt als Befürworter einer „harten Linie“ gegen die prowestlichen Demonstranten. Die Behörden in Kiew bestätigten am Samstag den Tod eines Verletzten. Er wäre das offiziell vierte Todesopfer der Proteste

          Der ukrainische Oppositionspolitiker Arseni Jazenjuk hatte sich vor Beginn des Gesprächs mit Präsident Janukowitsch für eine Beteiligung des Europarats zur Beilegung des erbitterten Machtkampfs in der Ukraine ausgesprochen. „Ohne Vermittlung unserer westlichen Partner wird die politische Krise nur schwer zu beenden sein“, sagte Jazenjuk nach einem Treffen mit EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle in Kiew. Denkbar sei etwa ein Sonderausschuss des ukrainischen Parlaments, der in Zusammenarbeit mit dem Europarat „Verbrechen“ während der blutigen Straßenproteste untersuche, sagte Jazenjuk. Füle wollte am Samstag seine Gespräche mit den Konfliktparteien in Kiew fortsetzen.

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