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Kritik an Maas : Die meisten Vorwürfe treffen den Außenminister

In der Schusslinie: Außenmister Maas am Mittwoch Bild: dpa

Seit Tagen steht Heiko Maas wegen der Fehleinschätzungen zur Lage in Kabul in der Kritik. Er gesteht ein Versagen ein – aber der gesamten Bundesregierung.

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          Nach fünf Tagen hat der Oppositionsabgeordnete Bijan Djir-Sarai genug vom Karussell der Schuldzuweisungen. Der außenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion bittet am Freitag höflich in einer Stellungnahme darum, das Versagen in Afghanistan nicht etwa allein dem Bundesnachrichtendienst „in die Schuhe zu schieben“; wo doch „die gesamte Bundesregierung“ dafür die Verantwortung trage. Zum Beschuldigungsspiel in der großen Koalition hatten in den letzten Tagen alle Seiten beigetragen: Die SPD setzte den Vorwurf gegen das CSU-geführte Bundesinnenministerium, dort habe man lange Zeit den Kreis der aufnahmeberechtigten afghanischen Ortskräfte nur zögernd erweitern wollen.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die CSU wiederum schoss aus München spitze Pfeile gegen den zur SPD gehörenden Außenminister Heiko Maas, der seinerseits durchaus eine Gemeinschaftshaftung anerkannte mit dem Satz „Wir alle haben die Lage falsch eingeschätzt“, der andererseits aber doch eine individuelle Fehleinschätzung der Lage durch den deutschen Auslandsnachrichtendienst feststellte. Der Präsident des BND (der Dienst ist direkt dem Verantwortungsbereich des Kanzleramts unterstellt) hatte bei seiner Befragung im Verteidigungsausschuss des Bundestags am vergangenen Mittwoch allerdings auch unumwunden zugegeben, seine Behörde habe den raschen Zusammenbruch der militärischen und staatlichen Autorität in Kabul während des vergangenen Wochenendes nicht vorhergesehen.

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