https://www.faz.net/-gpf-9da65

Freilassung von Inhaftierten? : Maas schaltet sich in Streit zwischen Amerika und Türkei ein

  • Aktualisiert am

Ist mit „großer Sorge“ wegen der Türkei erfüllt: Außenminister Heiko Maas (SPD) Bild: EPA

Heiko Maas zeigte sich angesichts der Wirtschaftskrise in der Türkei besorgt. Im Streit zwischen Amerika an Ankara schlägt sich der Außenminister auf die Seite der Vereinigten Staaten – und appelliert an die Regierung von Staatschef Erdogan.

          1 Min.

          Außenminister Heiko Maas (SPD) hat sich in den Streit zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten eingeschaltet und Ankara die Freilassung des in der Türkei wegen Terrorvorwürfen festgehaltenen amerikanischen Pastors Andrew Brunson nahe gelegt. „Das würde die Lösung der wirtschaftlichen Probleme, die es gibt, ganz erheblich vereinfachen“, sagte der SPD-Politiker am Montag in Berlin.

          Er verwies darauf, dass es auch noch deutsche Staatsbürger gebe, die aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert seien. Es wäre wünschenswert, wenn die Türkei nicht nur im Fall Brunson, sondern auch in den deutschen Fällen „für eine Lösung“ sorgen würde. Dies sei in türkischem Interesse.

          Maas: Entwicklung ist wirklich beunruhigend

          Brunson steht wegen des Verdachts auf Spionage und Terrorvorwürfen in der Türkei unter Hausarrest. Um den Druck auf Ankara zu erhöhen, habe Amerika am Montag die Zölle auf Stahl und Aluminium drastisch erhöht. Die türkische Landeswährung Lira brach unter anderem daraufhin ein. Insgesamt hat die Währung seit Jahresbeginn zum Dollar mehr als 70 Prozent an Wert verloren, zum Euro rund 61 Prozent.

          Maas sagte dazu: „Die Entwicklung, die es in der Türkei zurzeit gibt, erfüllt uns mit großer Sorge.“ Die Türkei sei ein wichtiger Staat für die Europäische Union. „Insofern ist das, was wir dort sehen, wirklich beunruhigend.“

          Seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei vor zwei Jahren sind auch Dutzende Deutsche aus politischen Gründen festgenommen worden. Nach Angaben aus der vergangenen Woche sind noch sieben in Haft. Der Prominenteste, der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel, war im Februar freigelassen worden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Fangverbot in der Ostsee : Der junge Fischer und die großen Sorgen

          In der westlichen Ostsee dürfen Fischer bald fast keine Dorsche und Heringe mehr fangen. Nicht wenige sagen: Die dortigen Betriebe stehen vor dem Aus. Peter Dietze will sich seinem Schicksal nicht ergeben – er schippert Touristen und bietet Seebestattungen an.
          20 Mark im Jahr 1871

          150 Jahre Mark : Der Glanz des Goldes

          Vor 150 Jahren entstand mit der Einführung der Mark die erste deutsche Währungsunion. Ihre wechselvolle Geschichte zeigt, dass sich auch die stabilste Währung ruinieren lässt.
          Die Nürnberger Notfallsanitäterin Paloma Palm von Alten Blaskowitz  und Kollege Christian Brandmann in Corona-Schutzanzügen

          Rettungssanitäter und Corona : Wenn aus Minuten Stunden werden

          Notfallsanitäter müssen Leben retten. In der vierten Corona-Welle kann das auch heißen, mit überfüllten Kliniken um das letzte freie Bett zu feilschen. Das wird immer schwieriger. Ein Ortsbesuch in Nürnberg.