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Xavier Bettel : Luxemburgs Premier konfrontiert arabische Präsidenten mit Homosexualität

  • -Aktualisiert am

Der luxemburgische Premierminister Xavier Bette und Gauthier Destenay haben 2015 geheiratet. Bild: EPA

Auf dem Gipfel der EU mit der Arabischen Liga macht der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel kein Geheimnis daraus, schwul zu sein – obwohl Homosexualität in vielen arabischen Staaten strafbar ist.

          Der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel hat ein Zeichen für die Akzeptanz von Homosexualität gesetzt: Am Rande des Treffens der Europäischen Union mit der Arabischen Liga Anfang der Woche erwähnte er, dass er mit einem Mann verheiratet ist. In vielen arabischen Ländern wie etwa Saudi-Arabien würde Bettel deswegen zum Tode verurteilt werden. Mit seiner Äußerung löste Bettel dennoch keine offenen Protestreaktionen bei den anwesenden Scheichs und Königen aus. Dem ZDF-Korrespondenten Stefan Leifert zufolge sei es im Raum hingegen still geworden. „Eisiges Schweigen bei den einen, stille Freunde den anderen“, schrieb Leifert am Mittwoch auf Twitter. Bettel entgegnete: „Nichts sagen war keine Option für mich.“

          In Luxemburg dürfen homosexuelle Paare seit Anfang 2015 heiraten. Seit Mai dieses Jahres ist der luxemburgische Premierminister mit seinem langjährigen Lebenspartner verheiratet. Damit war er der Nachrichtenagentur AP zufolge der erste Regierungschef Europas. Deutschland hat im Oktober 2017 die gleichgeschlechtliche „Ehe für alle“ eingeführt.

          Zum Gipfel im ägyptischen Scharm al Scheich waren erstmals die führenden Vertreter der 28 Staaten der Europäischen Union und die 21 Mitglieder der Arabischen Liga zusammengekommen, um gemeinsame Interessen zu sondieren. Nur wenige der Staats- und Regierungschefs hatten sich bei dem Termin vertreten lassen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war vor Ort. Bettel äußerte sich in einer Debatte über die Einhaltung der Menschenrechte zu seiner Homosexualität. Gegen Ende des Gipfels war ein Streit darüber entstanden, ob ausreichend über das Thema Menschenrechte gesprochen wurde.

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