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Streit zwischen Paris und Rom : Di Maio stellt Schnellzug in Frage

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Will nicht mit dem Schnellzug nach Frankreich fahren: Luigi Di Maio Bild: AP

Einen Hochgeschwindigkeitszug zwischen Frankreich und Italien wird es nach dem Willen des Vize-Ministerpräsidenten nicht geben. Doch diese Entscheidung könnte das Land Milliarden kosten.

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          Mitten im Streit zwischen Italien und Frankreich hat der italienische Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio dem geplanten Hochgeschwindigkeitszug (TAV) zwischen den beiden Ländern eine Absage erteilt. „Den TAV wird es mit der 5-Sterne-Bewegung in der Regierung nicht geben“, sagte Di Maio der italienischen Zeitung „Il Messaggero“ vom Freitag. Er wolle das Geld lieber in die Straßensicherheit und eine Schnellverbindung zwischen Rom und Pescara stecken. Erst im Sommer war eine Autobahnbrücke in Genua eingestürzt, 43 Menschen waren getötet worden.

          Di Maio sagte in dem Interview zudem, dass er ein Treffen mit der französischen „Gelbwesten“-Bewegung nicht bereue. Die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien sind derzeit angespannt. Der Streit gipfelte am Donnerstag im Abzug des französischen Botschafters aus Rom. Als Grund dafür gab das französische Außenministerium die „wiederholten, grundlosen Angriffe und die unerhörten Äußerungen“ italienischer Regierungspolitiker an. Jüngstes Ärgernis für die Regierung in Paris war das Treffen Di Maios mit dem Anführer der „Gelbwesten“, Christophe Chalencon, die seit Wochen gegen die Politik von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron protestieren.

          Der französische Regierungssprecher Benjamin Grivaux machte am Freitag im Radiosender Europe 1 deutlich, dass Paris nicht über den Besuch des italienischen Vize-Regierungschefs Luigi Di Maio informiert worden sei. „Wenn ein Minister einer ausländischen Regierung nach Frankreich kommt (...), erfordern es der Anstand, die Höflichkeit und die elementarste Diplomatie, dass die Regierung benachrichtigt wird.“ Paris hatte am Donnerstag seinen Botschafter aus dem Nachbarland für Gespräche zurückgerufen. „Das ist kein dauerhafter Rückruf“, sagte Griveaux.

          Die Zeitung „Il Sole 24 Ore“ berichtete unter Berufung auf ein Dokument, eine Entscheidung, den Ausbau der Zugverbindung zu beenden, werde Italien bis zu vier Milliarden Euro kosten. Diese Zahlen seien Teil einer Kosten-Nutzen-Analyse einer vom italienischen Verkehrsminister eingesetzten Kommission. Die Analyse, die noch unter Verschluss sei, sei von Rom nach Paris und zur Europäischen Union geschickt worden.

          Die populistische 5-Sterne-Bewegung stemmt sich gegen die Hochgeschwindigkeitsverbindung, ihr Koalitionspartner, die rechte Lega, will ihn durchsetzen. Teil des Projekts ist ein 58 Kilometer langer Tunnel durch die Alpen. Die Kosten für die Verbindung werden auf 8,6 Milliarden Euro geschätzt.

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