https://www.faz.net/-gpf-9rj16

Luftangriffe auf Ölanlagen : Trump will Sanktionen gegen Iran verschärfen

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Nach den Luftangriffen auf saudiarabische Ölanlagen wiederholt Donald Trump, die Sanktionen gegen Iran verschärfen zu wollen. Bundeskanzlerin Merkel trifft Trump und Irans Präsident Rohani – und will vermitteln.

          2 Min.

          Nach dem amerikanischen Außenminister Mike Pompeo hat auch Präsident Donald Trump öffentlich Iran für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. Als Reaktion auf die Attacken Irans in Saudi-Arabien wolle die amerikanische Regierung die Sanktionen gegen Iran nicht aufheben, sondern verschärfen, solange der Iran mit seinem "bedrohlichen Verhalten" weitermache. sagte Trump in seiner Rede vor den Vereinten Nationen. Der iranische Präsident Hassan Rohani ist  offen für kleine Änderungen am Atomabkommen, falls Amerika die Sanktionen gegen sein Land aufheben. „Ich bin bereit zu Beratungen über kleine Veränderungen, Zusätze oder Ergänzungen beim Atomabkommen, falls Sanktionen beseitigt werden sollten“, sagte Rohani in New York.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will unterdessen im Ringen um eine Deeskalation im Atomkonflikt mit Iran den amerikanischen Präsidenten Donald Trump sowohl erstmals auch den iranischen Präsidenten Hassan Rohani treffen. Das teilte ein Regierungssprecher am Dienstag am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Merkel werde Trump nach dessen Rede vor der Generalversammlung am Dienstag gegen 17 Uhr deutscher Zeit treffen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Es sollte ein kleineres Gesprächsformat sein, zu dem auch keine größere Journalistenrunde zugelassen war. Merkel wollte Rohani dann gegen 18 Uhr deutscher Zeit in dessen Hotel treffen. Anschließend wollte die Kanzlerin die Öffentlichkeit über ihre Gespräche informieren.

          Es gab Spekulationen, dass auch Trump trotz der Luftangriffe mit Rohani zu einem bilateralen Treffen zusammenkommen könnte. Trump hatte am Montag ein Treffen nicht ausgeschlossen. Der französische Staatschef Emmanuel Macron hatte angekündigt, ein solches Treffen nach Möglichkeit vermitteln zu wollen.

          UN-Generalsekretär António Guterres warnte zum Auftakt der Generaldebatte unterdessen vor einer Eskalation der Lage in der Golfregion. Nach den Luftangriffen auf saudi-arabische Ölanlagen bestehe die „alarmierende Möglichkeit eines bewaffneten Konflikts am Golf“, sagte Guterres am Dienstag in New York in seiner Rede bei dem Treffen von Staats- und Regierungschefs aus aller Welt. Guterres warnte, dass angesichts der angespannten Lage am Golf nur eine „kleine Fehlkalkulation“ zu einer „größeren Konfrontation“ führen könne. Deswegen müsse die internationale Gemeinschaft alles ihr Mögliche tun, um „auf Vernunft und Zurückhaltung zu dringen“.

          Seit den Luftangriffen von Mitte September auf zwei Ölanlagen des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco haben sich die Spannungen zwischen Washington und Teheran nochmals massiv verschärft. Washington wie auch Riad machen Teheran für die Angriffe verantwortlich. Als Antwort auf die Luftangriffe kündigte die amerikanische Regierung an, ihre Streitkräfte in der Region erneut zu verstärken. Guterres bezeichnete die Luftangriffe auf die Ölanlagen als „völlig inakzeptabel“. Er machte jedoch keine Aussage dazu, wer hinter den Luftangriffen steckt.

          Teheran bestreitet jegliche Verantwortung für die Attacken. Zu den Angriffen bekannt hatten sich die Houthi-Rebellen aus dem Jemen, die von Iran unterstützt werden. Im jemenitischen Bürgerkrieg kämpfen die Huthi-Rebellen gegen eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition.

          Zu den Rednern am ersten Tag der Generaldebatte am Dienstag sollten auch der brasilianische Staatschef Jair Bolsonaro und Macron gehören. Bundeskanzlerin Merkel nahm am Auftakt der Debatte teil, allerdings nur als Zuhörerin. Die Rede im Namen Deutschlands wird im weiteren Wochenverlauf Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) halten.

          Weitere Themen

          Aufbruch im Mäuseschritt

          Klimagipfel in Madrid : Aufbruch im Mäuseschritt

          Beim Klimagipfel in Madrid trifft Protest auf Politik, ehrgeizig wollen alle sein. Doch im Inneren der Messehalle sind selbst kleine Kompromisse mühsam – vielversprechend klingt nur der „Green Deal.“

          Topmeldungen

          Nach den britischen Wahlen : Mehr Blair fürs Volk

          Boris Johnson ist mit voller Wucht gegen die „rote Mauer“ des Labour-Herzlands gefahren und hat große Teile davon zum Einsturz gebracht. Warum fühlt man sich jetzt dennoch an einen früheren Labour-Premier erinnert?
          „Chapeau“ für den Wahlsieger: EZB-Präsidentin Lagarde, Merkel und von der Leyen am Freitag in Brüssel

          EU reagiert auf Wahlsieg : „Chapeau, muss man einfach sagen“

          Die EU-Regierungschefs äußern sich erleichtert über das britische Wahlergebnis. Auch Angela Merkel findet lobende Worte für Johnson. Nun wollen sie rasch über die Zukunft verhandeln – im eigenen Interesse.

          Radwege zu eng? : Radfahrer verursachen immer mehr Unfälle

          Mehr Fahrradfahrer, mehr Lastenräder und zu schlechte Radwege: Die Zahl der Unfälle auf zwei Rädern steigt stark, wie Unfallforscher melden. Auffällig: Besonders die Zahl der Kollisionen von Radfahrern untereinander nimmt zu.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.