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Neue Luftangriffe auf Idlib : Syriens Armee beendet Waffenruhe

  • Aktualisiert am

Die syrische Regierung fliegt wieder Luftangriffe auf Rebellenhochburgen. Das Foto zeigt die Rauchwolken nach einem Angriff auf die die Stadt Chan Schaichun im Mai. Bild: AFP

Idlib gilt als die letzte Hochburg der Rebellen in Syrien. Jetzt fliegt die Armee der Regierung wieder Luftangriffe in der Provinz und bricht damit den Waffenstillstand.

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          Syriens Regierung hat die Waffenruhe für das letzte große Rebellengebiet des Bürgerkriegslandes rund um die Stadt Idlib aufgekündigt und neue Luftangriffe geflogen. Die von der Türkei unterstützten „Terrorgruppen“ hätten die Waffenruhe abgelehnt und mehrmals Gebiete angegriffen, erklärte Syriens Armeeführung, wie das Staatsfernsehen am Montag meldete. Die Armee und die bewaffneten Kräfte würden deswegen ihre Kampfoperationen wieder aufnehmen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, Flugzeuge der Regierung hätten Angriffe auf die Stadt Chan Scheichun geflogen.

          Syriens Führung hatte am vergangenen Donnerstag einer Waffenruhe für das Rebellengebiet rund um Idlib im Nordwesten des Landes zugestimmt. Danach beruhigte sich die Lage trotz gegenseitigen Beschusses.

          Allerdings stellte die Regierung die Bedingung, dass sich die Rebellen aus einer im vergangenen Jahr zwischen Russland und der Türkei vereinbarten Pufferzone zurückziehen. Das sei jedoch nicht verwirklicht worden, teilte die Armeeführung weiter mit. Die Türkei erlaube ihren „Werkzeugen“ unter den Terrorgruppen weiter Angriffe.

          Das Gebiet rund um Idlib wird von der Al-Qaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al Scham (HTS) dominiert. Russland als Verbündeter der Regierung und die Türkei als Unterstützer der Aufständischen hatten sich im vergangenen September im russischen Schwarzmeerort Sotschi darauf geeinigt, eine 15 bis 20 Kilometer breite Pufferzone in der Region einzurichten. So sollte eine Regierungsoffensive abgewendet werden.

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