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Luftabwehr : Türkei einigt sich mit Nato auf Entsendung von Patriot-System

  • Aktualisiert am

El Paso im Februar: Verteidigungsminister de Maizière vor einer Abschussrampe des Raketensystems Patriot Bild: dpa

Die Türkei hat sich mit den Nato-Mitgliedstaaten auf eine Bereitstellung von Patriot-Abwehrraketen an der Grenze zu Syrien geeinigt. Ein offizieller Antrag werde bald gestellt, sagte Außenminister Davutoglu.

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          Die Nato-Mitgliedstaaten haben sich am Dienstag mit der Türkei auf eine Bereitstellung von Patriot-Abwehrraketen an der Grenze zu Syrien geeinigt. Die Vereinbarung sei mit den Ländern getroffen worden, die über das Abwehrsystem verfügten, teilte sagte der türkische Außenminister Davutoglu. Das sind die Vereinigten Staaten, die Niederlande und Deutschland. Die Verhandlungen über die Patriots seien „in die letzte Phase getreten“. Ein offizieller Antrag werde demnach bald gestellt. Davutoglu bekräftigte, die Raketenabwehrsysteme seien „vor allem“ defensiv. Es gehe um den vorsorglichen Schutz der Türkei und ihrer Bürger. Zu möglichen Stationierungsorten äußerte er sich nicht.

          Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) wies unterdessen Bedenken gegen eine Stationierung der Raketensysteme in der Türkei zurück. Die Sorge, dass es sich dabei um eine Vorstufe für eine Flugverbotszone in Syrien oder eine Einmischung in den syrischen Bürgerkrieg handele, sei „vollständig abwegig“, sagte der Minister am Dienstag im Inforadio des RBB. In diesem Falle wäre eine andere Rechtsgrundlage erforderlich. „Wir wollen das nicht und es geht rechtlich nicht.“ Vielmehr gehe es um einen rein vorsorglichen Schutz des Nato-Bündnispartners Türkei, sagte de Maizière. Ob für die Patriot-Mission in der Türkei ein Mandat des Bundestags erforderlich sei, werde weiter geprüft. De Maizière sagte, er vermute, dass dies der Fall sein werde.

          Zu Kritikern aus der Opposition sagte de Maizière: „Die SPD wird wissen, was Bündnissolidarität bedeutet.“ Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, äußerte Zweifel am Sinn einer Patriot-Mission. Die Frage sei: „Sind die Patriots wirklich dazu da, das Territorium der Türkei zu schützen?“ Die Türkei werde derzeit von Mörsern, also deutlich kleineren Geschossen, angegriffen, sagte Nouripour im „Morgenmagazin“ der ARD. „Die Patriots helfen nichts dagegen. Mit denen kann man in der Tat in Syrien einiges anrichten, aber nicht in der Türkei selbst.“

          Was ist das Patriot-System?

          Das Flugabwehrraketensystem Patriot wurde ab Ende der 60er Jahre in Amerika als SAM-D (Surface-To-Air Missiles, Development) entwickelt. Seit den Jahr 1982 ist das mobil ausgelegte System in Amerika im Einsatz. Sieben Jahre später wurde es auch bei der deutschen Luftwaffe eingeführt. Die deutsche Industrie war an der Fertigung beteiligt.

          Seit 1990 ist die Baureihe Pac-2 auf dem Markt - die Abkürzung steht für „Patriot Advanced Capability“. Die Patriot-Systeme können anfliegende Raketen in einer Entfernung von etwa 68 Kilometern abschießen, sind also nur zur Abwehr von Kurzstreckenraketen geeignet. Ein Startgerät ist mit vier Flugkörpern ausgestattet.

          Neben dem Pac-2 gibt es seit einigen Jahren das leistungsfähigere System Pac-3. Es verwendet leichtere Feststoffraketen, die zwar eine geringere Reichweite haben, aber ballistische Raketen wirksamer bekämpfen können. Wegen des Gewichtsunterschieds kann ein Startgerät 16 Pac-3-Lenkflugkörper aufnehmen - gegenüber nur vier der Baureihe Pac-2.

          marw.

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