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Messerattacke in London : IS reklamiert Angriff für sich

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Ermittlungen am Ort der Messer-Attacke am Montag auf der Streatham High Road im Süden Londons Bild: AFP

Der Mann, der am Sonntag zwei Menschen mit einem Messer verletzte, soll wegen terroristischer Delikte verurteilt worden sein. Der britische Premierminister Boris Johnson kündigt rasche Änderungen im Strafvollzug an.

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          Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat den Messerangriff am Sonntag in London für sich reklamiert. Der Angreifer sei ein „Kämpfer“ des IS gewesen und habe Vergeltung für das Vorgehen der internationalen Anti-IS-Koalition geübt, erklärten die Extremisten am Montag über ihre Agentur Amak. Belege dafür nannten sie nicht.

          Die Polizei hatte den Mann erschossen, nachdem er mehrere Menschen im Süden der britischen Hauptstadt niedergestochen hatte. Sie stufte den Vorfall als Terrorakt ein, auch weil der Mann zuvor den IS verherrlicht hatte. Drei Personen waren nach Angaben von Rettungsdiensten verletzt ins Krankenhaus gebracht worden.

          Premierminister Boris Johnson hatte am Sonntag noch rasche Konsequenzen für das Strafvollzugssystem angekündigt. Er werde „fundamentale Änderungen“ beim Umgang mit wegen Terrorakten verurteilten Straftätern bekanntgeben, teilte Johnson mit. „Es gab nichts, was man hätte machen können, um ihn (den Attentäter) bei der bestehenden Gesetzeslage hinter Gittern zu halten“, sagte ein Regierungsmitarbeiter am Montag dem Nachrichtensender Sky News.

          Der Täter trug bei seinem Angriff eine Attrappe, die wie eine Sprengstoffweste aussah. Der 20 Jahre alte Mann sei erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er wegen „Straftaten mit Bezug zum Islamismus“ eine Strafe verbüßt habe, sagte die Polizeivertreterin Lucy D’Orsi. Laut britischen Medienberichten war der Mann im Jahr 2018 wegen 13 terroristischer Delikte verurteilt und kürzlich vorzeitig entlassen worden. Wie die BBC berichtete, soll es sich bei dem Täter um einen Mann namens Sudesh Amman handeln.

          Antiterroreinheit war „präventiv“ vor Ort

          Die Zeitung „The Guardian“ berichtete, der Mann sei wegen Verbreitung islamistisch-extremistischer Propaganda in Haft gewesen. Nach Informationen des Senders SkyNews kam er im Januar nach Verbüßung etwa der Hälfte einer rund dreijährigen Haftstrafe frei.

          Während der Tat am Sonntag habe sich eine Antiterroreinheit „präventiv“ vor Ort befunden, teilte die Polizei mit. Diese Information scheint Medienberichte zu bestätigen, dass der Täter unter Überwachung gestanden hatte. Der Mann griff am frühen Nachmittag in einer belebten Einkaufsstraße im Stadtteil Streatham im Süden von London Passanten mit einer Stichwaffe an. Er verletzte mindestens zwei Menschen.

          Der Zustand eines der Opfer, dessen Verletzungen anfänglich als lebensbedrohlich beschrieben worden waren, besserte sich inzwischen, wie die Polizeisprecherin mitteilte. Eine verletzte Frau konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Noch eine andere Frau wurde verletzt, allerdings offenbar nicht direkt durch den Täter, sondern durch herumfliegende Glassplitter. Ihre Verletzungen waren den Polizei-Angaben zufolge nur leicht.

          Attacke auf London Bridge im November

          Ein Augenzeuge berichtete, der Angreifer sei mit einer Machete bewaffnet gewesen. An seiner Brust seien „silberne Kanister“ befestigt gewesen. In den Onlinenetzwerken wurden Videos hochgeladen, die den Polizeieinsatz zeigen sollen. Darin ist zu sehen, wie sich bewaffnete Polizisten einem reglos am Boden liegenden Mann nähern, plötzlich zurückweichen und umstehende Passanten auffordern, sich ebenfalls zu entfernen.

          Die britische Hauptstadt war in den vergangenen Jahren mehrfach von islamistischen Anschlägen erschüttert worden. Ende November erstach ein Angreifer auf der London Bridge zwei Menschen und verletzte mehrere weitere, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) reklamierte diese Messerattacke für sich. Der Angreifer, der 28 Jahre alte Brite Usman Khan, war bereits 2012 wegen einer terroristischen Straftat verurteilt worden und ebenfalls vorzeitig frei gekommen.

          Bereits nach der Tat vom November hatte Johnson Gesetzesverschärfungen angekündigt. Am Sonntag dankte er den Einsatzkräften. „Meine Gedanken sind bei den Verletzten und allen Betroffenen“, sagte er. Innenministerin Priti Patel lobte den Mut der Sicherheitskräfte. Londons Bürgermeister Sadiq Khan erklärte, die Strategie der „Terroristen, uns zu spalten und unsere Lebensweise zu zerstören“, werde keinen Erfolg haben.

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