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Nach Tod von Journalistin : Nordirische Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

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Der Ort, an dem am Freitag im nordirischen Londonderry eine 29 Jahre alte Journalistin angeschossen wurde. Sie starb später im Krankenhaus. Bild: AP

Nach den tödlichen Schüssen auf Lyra McKee bei gewaltsamen Ausschreitungen in der nordirischen Stadt Londonderry verhört die Polizei zwei junge Männer. Sie wurden auf der Grundlage von Anti-Terror-Gesetzen verhaftet.

          Nach dem Tod einer Journalistin am Rande schwerer Ausschreitungen im nordirischen Londonderry hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Die beiden Männer im Alter von 18 und 19 Jahren wurden auf der Grundlage von Anti-Terror-Gesetzen festgenommen und zum Verhör in eine Polizeiwache in Belfast gebracht, wie die nordirische Polizei am Samstag mitteilte.  Zuvor hatte die Polizei ein Video von Freitagabend mit einem Verdächtigen veröffentlicht.

          In Londonderry war es am Donnerstagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Vermummte warfen im Wohnviertel Creggan Brandsätze auf Polizisten und steckten Autos in Brand. Die Journalistin Lyra McKee wurde nach Polizeiangaben getroffen, als ein Mann auf Polizisten schoss. Sie starb kurz darauf im Krankenhaus.

          Die Ermittler gehen von einem „terroristischen Vorfall“ aus und haben Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen. Sie vermuten, dass hinter der Tat eine militante Republikaner-Gruppe namens Neue IRA stecken könnte. Politiker aus Großbritannien und der Republik Irland verurteilten die Tat scharf.

          McKee hatte viel über den Nordirland-Konflikt und seine Folgen geschrieben und unter anderem für das Magazin „The Atlantic“ und Buzzfeed News gearbeitet. Noch am Donnerstagabend hatte sie ein Foto bei Twitter veröffentlicht, das die Unruhen in Creggan zeigte. „Derry heute Abend. Völlig verrückt“, schrieb sie dazu.

          In Nordirland hatte jahrzehntelang ein Bürgerkrieg gewütet, bei dem Tausende Menschen ums Leben kamen und Zehntausende verletzt wurden. In dem Konflikt standen katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, protestantischen Unionisten gegenüber, die weiter zu Großbritannien gehören wollen.

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