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Ein Milliarde Pfund : London kündigt weitere Militärhilfen für die Ukraine an

Boris Johnson am 30. Juni in Madrid Bild: AP

Nach den neuen Zusagen für Kiew hat sich die britische Regierung nach eigenen Angaben an die Spitze der Ukraine-Unterstützer gestellt. Nur die Vereinigten Staaten liefern noch mehr Waffen.

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          Die britische Regierung hat am Donnerstag weitere Militärhilfen an Kiew in Höhe von einer Milliarde Pfund angekündigt und sich damit nach eigenen Angaben an die Spitze der Ukraine-Unterstützer (hinter den Vereinigten Staaten) gestellt. „Britische Waffen, Ausrüstung und Ausbildung transformieren die ukrainische Verteidigung gegen diesen Angriff, und wir werden weiterhin voll und ganz hinter dem ukrainischen Volk stehen, um sicherzustellen, dass Putin in der Ukraine scheitert“, sagte Premierminister Boris Johnson.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Insgesamt hat Großbritannien seit dem Ausbruch des Krieges Waffen im Wert von 2,3 Milliarden Pfund geliefert und zugesagt. Zu den Rüstungslieferungen gehören laut offiziellen Angaben mehr als 5000 NLAW-Panzerabwehrraketen, Mehrfachraketenwerfer, Haubitzen und Kamikaze-Drohnen („loitering munitions“). Hinzu kommen 1,5 Milliarden Pfund wirtschaftliche und humanitäre Hilfen. Man werde „zur Ukraine stehen, bis die Russen ihren Kurs verändert haben“, sagte Verteidigungsminister Ben Wallace am Donnerstag.

          Laut dem International Institute for Strategic Studies (IISS) wurden die britischen Rüstungsausgaben im vergangenen Jahr nur noch von den Vereinigten Staaten und China übertroffen. Gleichwohl drang Wallace in den vergangenen Tagen auf weitere Steigerungen. „Wenn Großbritannien seine Führungsrolle auch nach 2024 aufrechterhalten will, werden wir vermutlich höhere Investitionen sehen müssen”, sagte er am Mittwoch. Nach anfänglichem Zögern kündigte Johnson am Donnerstag in Madrid an, den Anteil des Verteidigungsetats am Bruttoinlandsprodukt von zurzeit 2,3 Prozent - 0,3 Prozent über der NATO-Zielmarke - bis Ende des Jahrzehnts auf 2,5 Prozentpunkte zu erhöhen. In Militärkreisen war zuletzt auch verlangt worden, vom Plan Abstand zu nehmen, die Armee von 82.000 in den kommenden Jahren auf 72.500 zu reduzieren.

          Der neue Armeechef, General Patrick Sanders, hatte die Verringerung „pervers“ genannt und die Soldaten im Blick auf den Ukraine-Krieg aufgerufen, sich darauf einzustellen, „noch einmal in Europa zu kämpfen”. Er sprach von „unserem 1937-Moment”, in Anspielung auf die Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg.

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