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Corona in Großbritannien : Einreisende aus Frankreich müssen wieder in Quarantäne

  • Aktualisiert am

Maskenpflicht: Touristen am Strand von Nizza Bild: Reuters

Auch die Niederlande, Monaco und Malta sind von der neuen Regelung betroffen, die eine massenhafte Rückreise von rund einer halben Million britischer Urlauber auslösen dürfte. Paris „bedauert“ die Entscheidung und kündigt „reziproke“ Maßnahmen an.

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          Reisende aus Frankreich und den Niederlanden müssen nach ihrer Ankunft in Großbritannien von diesem Samstag an wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Das teilte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mit. „Der Grund ist, dass wir so absolut hart daran gearbeitet haben, die Zahlen hier runterzubringen. Wir können es uns nicht leisten, die Fälle von anderswo wieder zu importieren“, sagte Shapps der BBC.

          Frankreich ist nach Spanien das zweitliebste Reiseziel der Briten. Schätzungen zufolge dürften sich dort rund eine halbe Million Briten aufhalten, die nun bei ihrer Rückkehr in Quarantäne müssen. Angesichts der neuen Quarantäne-Regelungen rechnen Beobachter mit einer massenhaften Rückreise britischer Urlauber. Die neue Regelung gilt auch für Malta und Monaco.

          Die „Daten“ zeigten, dass die neuen Quarantäne-Regeln für Reisende notwendig seien, schrieb Shapps im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die britische Regierung hatte Ende Juni bereits Spanien von der Liste jener Länder gestrichen, aus denen eine Einreise ohne Quarantäne möglich ist. Vergangene Woche erklärte das Verkehrsministerium dann zudem, dass auch Reisende aus Belgien, Andorra und den Bahamas wieder in die Isolation müssten.

          Frankreich hofft auf rasche Normalisierung

          Die neuen britischen Maßnahmen seien eine „Entscheidung, die wir bedauern und zu einer reziproken Maßnahme führen wird“, twitterte der französische Minister für Europaangelegenheiten, Clément Beaune. Wie genau die französischen Maßnahmen aussehen sollen, führte der Minister zunächst nicht aus. Er betonte, seine Regierung hoffe, dass sich die Lage „so rasch wie möglich“ wieder normalisiere.

          Die Infektionsrate in den betroffenen Ländern war in den vergangenen Wochen wieder gestiegen. In Frankreich wurden am Donnerstag 2669 neue Ansteckungsfälle binnen eines Tages verzeichnet – die höchste tägliche Zahl seit Mai. In mehreren Touristenorten in der Bretagne und Gemeinden im Département Mayenne sowie in Stadtteilen von Lille und Nizza das Tragen einer Corona-Schutzmaske an belebten Orten auch im Freien angeordnet. Auch in Großbritannien stiegen die Zahlen zuletzt wieder leicht an. In verschiedenen Teilen des Landes wurden daher die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus auf lokaler Ebene wieder verschärft.

          Großbritannien hatte ursprünglich eine generelle Quarantäne-Anordnung für alle aus dem Ausland kommenden Reisenden verhängt. Später wurden bestimmte Länder davon ausgenommen. So können etwa Reisende aus Deutschland seit Anfang Juli wieder ins Vereinigte Königreich reisen, ohne dort in Quarantäne zu müssen.

          Großbritannien ist das europäische Land mit der höchsten verzeichneten Zahl von Todesopfern der Pandemie. Mehr als 41.000 Menschen starben dort nach Angaben der Behörden an den Folgen der Infektion mit dem neuartigen Erreger. Premierminister Boris Johnson sieht sich wegen seines Krisenmanagements viel Kritik ausgesetzt.

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