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Saudi-Arabien : Kronprinz Muhammad verurteilt Khashoggis Tötung

  • Aktualisiert am

Premierministerin Theresa May und Kronprinz Muhammad bin Salman bei einem Treffen in London im März 2013 Bild: EPA

Saudi-Arabiens Kronprinz Muhammad bin Salman bricht sein Schweigen und nennt die Tötung des Regimekritikers Jamal Khashoggi ein „abscheuliches Verbrechen“. Nach Amerika verhängt auch London eine Einreisesperre für die Verdächtigen.

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          Der saudiarabische Kronprinz Muhammad bin Salman hat die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi als „abscheuliches Verbrechen“ verurteilt. Bei einem Wirtschaftsforum in Riad sagte der Kronprinz am Mittwoch, die Tat sei durch nichts zu rechtfertigen und „schmerzhaft“ für alle Saudis. Das Land unternehme alle Schritte, um die Ermittlungen in dem Fall abzuschließen und die „Verbrecher“ vor Gericht zu bringen. „Die Gerechtigkeit wird siegen.“ Es waren die ersten öffentlichen Äußerungen des Thronfolgers seit Khashoggis Tötung, die viele direkt mit dem Kronprinzen in Verbindung bringen.

          Unter ihnen ist mittlerweile der amerikanische Präsident Donald Trump. In einem Gespräch mit dem „Wall Street Journal“ gestand Trump ein, er habe zunächst glauben wollen, saudiarabische Agenten seien allein für einen außer Kontrolle geratenen Einsatz im Konsulat in Istanbul verantwortlich. Nach offizieller Lesart aus Riad wurde Kashoggi dort bei einer Schlägerei getötet. Trump sagte nun aber, der Prinz leite de facto die Regierungsgeschäfte. „Wenn es also irgendjemand war, dann er.“

          London verhängt Einreisesperren

          Nach den Vereinigten Staaten hat am Mittwoch auch Großbritannien Einreisesperren gegen Verdächtige aus Saudi-Arabien verhängt. Ihnen werde das Visum entzogen, teilte die britische Premierministerin Theresa May in London mit. „Wenn diese Personen derzeit über ein Visum verfügen, dann wird es ihnen heute entzogen.“ Sie gehe davon aus, noch am Mittwoch mit dem saudischen König Salman zu sprechen.

          Damit solle verhindert werden, dass die Verdächtigen in dem Fall Khashoggi nach Großbritannien einreisen könnten, sagte May im britischen Parlament. Zuvor hatten bereits die Vereinigten Staaten 21 Vertreter des saudi-arabischen Königreichs mit einer Einreisesperre belegt.

          Saudi-Arabien hatte am Samstag nach wochenlangen Dementis unter internationalem Druck erklärt, der 59 Jahre alte Regierungskritiker sei am 2. Oktober im Istanbuler Konsulat bei einem „Faustkampf“ zu Tode gekommen. Die Darstellung stieß international auf große Skepsis.Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach in einer Rede am Dienstag von einem „politischen Mord“, der Tage im Voraus von einem aus Saudi-Arabien angereisten Kommando geplant worden sei.

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