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Liu Xiaobo : Nobelpreisträger trifft seine Ehefrau

Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo und seine Frau Liu Xia vor seiner Inhaftierung Bild: REUTERS

Die Ehefrau des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo hat ihren inhaftierten Mann besucht - begleitet von der Polizei. Das berichtet das Hongkonger Informationszentrum für Demokratie und Menschenrechte. Zuvor hatten Liu Xias Anwälte mitgeteilt, die 50 Jahre alte Frau sei „verschwunden“.

          Die Frau des inhaftierten Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo hat Berichten nach ihren Mann am Sonntag getroffen. Dabei dürfte Liu Xia den 54 Jahre alten Autor, der im vergangenen Jahr zu elf Jahren Haft verurteilt worden war, über die Ehrung informiert haben. Von dem Besuch hatte das Hongkonger Informationszentrum für Menschenrechte und Demokratie berichtet. Demnach befürchtete Liu Xia, dass sie nach dem Besuch nicht mehr an ihren Wohnort in der Hauptstadt Peking zurückkehren dürfe. Sie hatte am Freitagabend bekanntgegeben, dass sie mit den Behörden über die Bedingungen für ein Treffen verhandle, um ihrem Mann von der Ehrung zu berichten.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Liu Xiaobo ist in der etwa 500 Kilometer von Peking gelegenen Stadt Jinzhou in der Provinz Liaoning inhaftiert. Seine Frau war von Polizisten dorthin begleitet worden. Ihre Anwälte hatten sich zuvor besorgt geäußert, da sie Liu Xia nicht über ihr Mobiltelefon erreichen konnten. Sie sagten, die 50 Jahre alte Frau des Preisträgers sei „verschwunden“.

          Nobelpreis „mit westlicher Ideologie überfrachtet“

          Ein Pekinger Gericht hatte Liu Xiaobo der „Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt“ für schuldig gesprochen. Er hat Manifest chinesischer Dissidenten: Die Charta 08 mitverfasst, deren Unterzeichner Demokratie und Achtung der Menschenrechte in China fordern. Im Jahr 1989 hatte er sich an der damaligen Demokratiebewegung beteiligt. Das Komitee in Oslo hatte die Verleihung an den früheren Universitätsdozenten am Freitag mit seinem „langen und gewaltlosen“ Einsatz für die Menschenrechte in China begründet. Die Entscheidung, die von ausländischen Regierungen und Menschenrechtsgruppen gutgeheißen wurde, hat in China gemischte Reaktionen ausgelöst. Nur wenige englischsprachige Medien der staatlichen Presse durften überhaupt über das Ereignis berichten. So druckte die „Global Times“, die der Kommunistischen Partei gehört, die wütende Stellungnahme des Außenministeriums ab, in der Liu Xiaobo als „Krimineller“ bezeichnet worden war. Sie zitierte auch den bekannten Professor Shi Yinhong mit den Worten, die Entscheidung stütze „anti-chinesische Kräfte“ und solle „China erniedrigen“. „So eine Entscheidung erregt nicht nur den Unmut der chinesischen Öffentlichkeit, sondern beschädigt auch das Ansehen des Preises“, sagte Shi Yinhong.

          In einem Kommentar beschuldigte die Zeitung das Nobelkomitee außerdem der Arroganz und der Vorurteile gegenüber China. Der Preis werde zwar auch in China als „prestigeträchtig“ angesehen, doch hätten die Chinesen das Gefühl, er sei „mit westlicher Ideologie überfrachtet“. Das Komitee leugne auch die Entwicklung Chinas, schrieb die Zeitung. Es komme die Frage auf, ob der Preis „ein politisches Werkzeug“ sei, das „anti-chinesischen Zielen“ diene. Die Verleihung sei zudem eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas.

          Unter vielen Bürgerrechtlern und Oppositionelle in China rief die Nachricht dagegen Freude hervor. Sie erhoffen sich dadurch eine Stärkung für ihre geschwächte Bewegung. Dutzende von Aktivisten, die sich am Freitagabend unter anderem in einem Restaurant zu spontanen Freudenfeiern versammelt hatten, wurden von der Polizei festgenommen. „Die Preisverleihung für Liu Xiaobo ist ein Lob aus den friedliebenden Ländern und von den Menschen aus aller Welt für die Chinesen, die für Freiheit kämpfen und für diejenigen, denen die Freiheit nach wie vor verwehrt wird“, schrieb der Autor und Dissident Ran Yunfei in einem Internetartikel.

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