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Serbien : Wettrennen um Europas größtes Lithium-Vorkommen

Gegen Rio Tinto: Protest gegen die Aktivitäten des Bergbaukonzerns in Belgrad Bild: Bloomberg

Lithium gehört zu den Rohstoffen, die für die Zukunft strategisch wichtig sind. Deshalb wächst das Interesse an Serbien, wo Europas größtes Vorkommen zu finden ist. Nicht alle sind darüber glücklich.

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          Als Angela Merkel unlängst auf ihrer letzten Auslandsreise als Kanzlerin in Serbien war, wurde ihr auf der Pressekonferenz in Belgrad eine scheinbar sehr spezielle Frage gestellt: ob Deutschland sich für Lithium aus Serbien interessiere – und wenn ja, ob es dieses Interesse auch gegenüber China und den USA behaupten werde. Die Kanzlerin antwortete routiniert: „Wenn sich die ganze Welt interessiert, sind wir auch interessiert, das ist ja klar.“ Sie verwies auf die vielen Zulieferbetriebe der deutschen Autoindustrie in Serbien und fügte an: „Wir wissen alle, was Lithium für die Entwicklung der Batteriezellen und der künftigen Mobilität bedeutet. Insofern ist das auch Thema unserer Gespräche. Serbien hat hier ein hohes Gut.“

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Das „hohe Gut“ sind Lithiumvorkommen in der Gegend der an der Drina gelegenen westserbischen Stadt Loznica. Sie wurden 2004 entdeckt, und ihre potentielle wirtschaftliche Bedeutung ist seither stetig gewachsen. Die auf Wirtschaftsthemen spezialisierte Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete schon 2019, es könne sich bei den Vorkommen in Serbien um die größten Europas handeln, und tönte martialisch von einer „neuen europäischen Front in der wirtschaftlichen Schlacht mit Asien“. Lithium aus Serbien könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten, damit Europa bei der Produktion von Autobatterien gegen China bestehen könne, so Bloomberg.

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