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Von Belarus kommende Migranten : Die Balten machen dicht

Soll laut Litauens Präsident Nauseda vor verschiedenen Bedrohungen aus Belarus schützen: der hunderte Kilometer lange Grenzzaun an der grünen Grenze Bild: Reuters

Litauen baut einen Grenzzaun zu Belarus und Lettland ruft den Notstand aus. Von der EU erwarten Vilnius und Riga schnelle Hilfe angesichts der vom belarussischen Diktator Lukaschenko eingeflogenen Migranten.

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          Sie sind gefangen im Nirgendwo. Entsprechend verzweifelt handeln die Migranten, die sich in den vergangenen Tagen auf den Weg gemacht haben, um von Belarus aus auf litauisches Territorium zu gelangen. Am Samstag hat Litauen aber die überwiegend grüne Grenze zu seinem südöstlichen Nachbarstaat geschlossen, nachdem seit Jahresbeginn über 4000 Migranten – unter ihnen mehrheitlich Iraker – von Belarus aus eingereist sind. Ein auf dem oppositionellen belarussischen Kanal Nexta verbreitetes Video zeigt, wie Migranten auf dem Grenzstreifen ihre Kleider verbrennen, um sich wenigstens am Feuer ein wenig wärmen zu können. Auf einem anderen Video gibt ein litauischer Grenzschützer einem aufgebrachten Mann die Anweisung „Go back!“, worauf dieser zurückfragt: „Where is go back?“

          Niklas Zimmermann
          Redakteur in der Politik.

          Die Frage ist schwierig zu beantworten. So präsentieren litauische Nachrichtenportale ein Video, das zeigt, wie ein belarussischer Grenzschützer Migranten anherrscht, sie sollten „dorthin“ – also nach Litauen – gehen. Der Minsker Machthaber Alexandr Lukaschenko denkt aber nicht daran, die Menschen, die er gezielt auf den Weg ins Nachbarland geschickt hat und mit Flugzeugen nach Belarus einfliegen ließ, wieder zurückzunehmen. Schon vergangenen Donnerstag ließ er die Grenze zu Litauen schließen.

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