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Putschgerüchte : Minister stellen sich hinter May

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Theresa May im Parlament, David Lidington (l.) und Philip Hammond Bild: dpa

Nach Gerüchten über einen möglichen Putsch gegen Theresa May meldet sich ein Mann zu Wort, der in den angeblichen Plänen eine wichtige Rolle spielen sollte – und lobt die Premierministerin.

          Der britische Vize-Premierminister David Lidington hat nach eigenen Angaben kein Interesse an dem Amt seiner Chefin Theresa May. Er glaube nicht, dass er ihren Posten übernehmen wolle. „Sie macht einen fantastischen Job“, sagte Lidington, der angeblich als Interims-Premierminister gehandelt wird, am Sonntag zu Journalisten. Er bewundere May, wie sie mit ihren Aufgaben umgehe.

          Nach einem Bericht der „Times“ könnte May schon bald wegen des Brexit-Streits von ihrem Kabinett zum Rücktritt gezwungen werden. Der EU-freundliche Lidington wird demnach als Nachfolger gehandelt. Der Politiker gilt auch als „Mann ohne Feinde“ im Unterhaus.

          Auch der EU-freundliche Finanzminister Philip Hammond stellte sich hinter May. Ein Wechsel auf dem Posten des Premierministers würde nichts helfen, sagte Hammond dem Nachrichtensender Sky News. Er könne aber nachvollziehen, dass die Abgeordneten sehr frustriert seien.

          Mit Blick auf die dritte Abstimmung über das zwischen May und der EU ausgehandelte Brexit-Abkommen gab Hammond sich sehr skeptisch. Eine Mehrheit für den Deal sei immer noch nicht in Sicht, räumte er ein. Bereits zwei Mal ist May mit dem Abkommen im Parlament durchgefallen.

          May ist es bislang nicht gelungen, das zerstrittene Parlament auf einen gemeinsamen Brexit-Kurs einzuschwören. Mit einer Erklärung in der vergangenen Woche, in der sie die Parlamentarier für das politische Chaos verantwortlich machte, goss sie noch Öl ins Feuer. Ihre eigenen Rolle im Streit um den EU-Austritt stellte sie aber nicht infrage.

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