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Libyscher Regierungschef : Maas bittet al-Sarradsch um Verschiebung seines Rücktritts

  • Aktualisiert am

Libyscher Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch Ende Februar in Genf Bild: dpa

Für die Dauer der Gespräche der Bürgerkriegsparteien solle er im Amt bleiben, bittet Außenminister Maas den libyschen Präsidenten Fajis al-Sarradsch in einem Telefonat. So könne Kontinuität gewahrt bleiben.

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          Bundesaußenminister Heiko Maas hat den libyschen Ministerpräsidenten Fajis al-Sarradsch gebeten, seinen bereits angekündigten Rücktritt zu verschieben. In einem Telefonat schlug Maas dem Regierungschef des nordafrikanischen Landes vor, für die Dauer der bevorstehenden politischen Gespräche der Bürgerkriegsparteien über die Zukunft Libyens im Amt zu bleiben. „Aus unserer Sicht wäre dies wichtig, um in diesen entscheidenden Wochen institutionelle und exekutive Kontinuität an der Spitze der libyschen Regierung zu gewährleisten.“

          Die rivalisierenden Lager im Bürgerkrieg in Libyen hatten sich vergangene Woche auf einen Waffenstillstand geeinigt. Al-Sarradsch und sein Widersacher Chalifa Haftar wollen nun politische Gespräche aufnehmen, die im November in Tunesien beginnen sollen. Deutschland hat in dem Konflikt eine Vermittlerrolle.

          Al-Sarradsch hatte Mitte September nach Protesten gegen die Regierung und Konflikten in deren Reihen seinen Rücktritt angekündigt. Damals erklärte er, er wolle das Amt spätestens bis Ende Oktober abgeben. Das politische Klima in Libyen befinde sich in einem Zustand starker Polarisierung, der alle Versuche, die Krise zu lösen, äußerst schwierig mache, sagte Al-Sarradsch. Beobachter sahen darin eine Reaktion auf Druck von verschiedenen Seiten in den eigenen Reihen, dem der Regierungschef ausgesetzt ist.

          In dem nordafrikanischen Land tobt seit dem mit westlicher Hilfe erfolgten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 ein Bürgerkrieg. Die international anerkannte Sarradsch-Regierung mit Sitz in der Hauptstadt Tripolis ringt dabei mit Haftar und einem Gegenparlament in Tobruk im Osten Libyens um die Macht. Auch innerhalb der jeweiligen Lager gibt es Konflikte.

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