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Vor Libyen : Haftars Truppen beschlagnahmen Schiff mit türkischer Besatzung

  • Aktualisiert am

Truppen General Haftars in Benghazi Bild: Reuters

Stunden nach der Ratifikation eines Militärpakts zwischen der Türkei und der Einheitsregierung fängt die Libysche Nationalarmee nach eigenen Angaben ein Schiff mit türkischer Besatzung ab. Wie reagiert Erdogan?

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          Truppen der selbst ernannten Libyschen Nationalarmee (LNA) von General Chalifa Haftar haben im Mittelmeer nach eigenen Angaben ein Schiff mit türkischer Besatzung beschlagnahmt. Sie hätten das unter der Flagge Grenadas fahrende Schiff nahe der libyschen Küstenstadt Derna abgefangen, teilte ein LNA-Sprecher am späten Samstagabend mit. Von dort sei es für eine Inspektion in den von der LNA kontrollierten Hafen in Ras al Hilal gebracht worden, schrieb LNA-Sprecher Ahmed al-Misamri bei Facebook.

          Auf Al Misamris Facebook-Seite waren Aufnahmen zu sehen, wie LNA-Truppen die drei Crewmitglieder befragen. Auch Kopien ihrer türkischen Pässe sind zu sehen. Weitere Details über ihren Verbleib oder ihre Gesundheit wurden nicht bekannt.

          Die türkische Regierung kommentierte den Fall zunächst nicht. Im Bürgerkrieg in Libyen unterstützt Ankara die Einheitsregierung von Ministerpräsident Fajis al Sarradsch in Tripolis. Haftar und seine Anhänger versuchen seit April, Tripolis einzunehmen.

          Stunden vor der Beschlagnahmung des Schiffs hatte das türkische Parlament ein Abkommen zur Sicherheits- und Militärkooperation mit der Einheitsregierung in Libyen ratifiziert. Der Militärpakt erlaubt es der Türkei laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, militärische Ausbilder und Berater nach Libyen zu schicken. Ankara habe auch die Genehmigung für gemeinsame Militärübungen und dürfe auf Anfrage Waffen und Militärfahrzeuge nach Libyen senden. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuletzt immer wieder die Entsendung von Soldaten nach Libyen in Aussicht gestellt.

          Im Libyen-Konflikt stehen Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien zusammen mit Russland auf der Seite Haftars. Qatar soll dagegen mit der Türkei die Regierung in Tripolis stützen.

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