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Libyen : Lockerbie-Attentäter Megrahi gestorben

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Der schwerkranke Abdelbasset al Megrahi hatte im Oktober 2011 der Nachrichtenagentur Reuters ein Fernsehinterview gegeben Bild: REUTERS

Der libysche Agent Al Megrahi war für den Anschlag auf ein amerikanisches Passagierflugzeug 1988 über dem schottischen Lockerbie mit 270 Toten verurteilt worden. 2009 durfte der krebskranke Megrahi aus humanitären Gründen in seine Heimat zurückkehren.

          Der wegen des Lockerbie-Anschlags verurteilte und später freigelassene Libyer Abdelbaset al Megrahi ist tot. Megrahi sei am Sonntagmittag in der libyschen Hauptstadt Tripolis gestorben, sagte sein Bruder Abdelhakim al Megrahi am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Der verurteilte Attentäter war nach Angaben seiner Familie im April ins Krankenhaus gekommen, weil er eine Bluttransfusion brauchte. Sein Zustand war demnach schon damals „sehr ernst“.

          Der libysche Agent war im Jahr 2001 als einziger für den Anschlag auf ein amerikanisches Passagierflugzeug 1988 über dem schottischen Lockerbie mit 270 Toten verurteilt worden. Er wurde aber 2009 aus humanitären Gründen von der schottischen Regionalregierung begnadigt. Zuvor hatten Ärzte bei ihm Prostatakrebs im Endstadium diagnostiziert. Er hatte angeblich nur noch drei Monate zu leben.

          Seine Freilassung war vor allem in den Vereinigten Staaten auf harsche Kritik gestoßen. Für besondere Irritationen sorgte, dass Megrahi bei seiner Rückkehr nach Tripolis ein Heldenempfang bereitet wurde. Nachdem er im Juli vergangenen Jahres noch bei einer Kundgebung für den damaligen Machthaber Muammar al Gaddafi auftrat, bestätigte seine Familie im August erstmals, dass er im Koma lag.

          Bei seiner Rückkehr nach Tripolis am 20.Augut 2009 hatte ihm das Gaddafi-Regime einen triumphalen Empfang bereitet. Das hatte international heftige Kritik ausgelöst

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