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Libyen : Acht Tote bei Angriff auf Hotel in Tripolis

  • Aktualisiert am

Sicherheitskräfte im Einsatz nahe des Corinthia Hotels im Zentrum Tripolis’ Bild: AFP

Militante Islamisten haben in der libyschen Hauptstadt ein Hotel angegriffen. Dabei hat es nach Angaben der Sicherheitskräfte acht Tote gegeben. Darunter sollen auch fünf Ausländer sein.

          Bewaffnete haben am Dienstag ein Vier-Sterne-Hotel in der libyschen Hauptstadt Tripolis attackiert. Vier oder fünf Männer hätten die Lobby des Hotels „Corinthia“ gestürmt und um sich geschossen, berichtet die libysche Nachrichtenseite „Al-Wasat“ am Dienstag unter Berufung auf Hotelangestellte.

          Nach Angaben eines Sprechers der libyschen Sicherheitskräfte kamen bei der Attacke acht Menschen ums Leben. Darunter seien fünf Ausländer, ein Wachmann sowie zwei der bewaffneten Angreifer. Zudem ist von Verletzten die Rede. Vor dem Angriff explodierte laut der libyschen Nachrichtenagentur Lana eine Autobombe vor dem Hotel. Ein Täter sei mittlerweile gefasst, Sicherheitskräfte hätten das Hotel umstellt.

          Zunächst blieb unklar, wer für den Angriff verantwortlich ist. Im Internet behaupteten IS-Anhänger, die im Irak und in Syrien kämpfende Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stecke hinter der Tat. Der Miliz hatte im vergangenen Oktober eine im ostlibyschen Derna ansässige Terrorgruppe die Treue geschworen.

          Der Angriff sei eine Vergeltung für den Tod von  Abu Anas al-Libi in amerikanischer Haft. Der Mann gilt als ein Drahtzieher der Anschläge auf die amerikanische Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998. Damals kamen mehr als 200 Menschen ums Leben. Libi starb Anfang dieses Monats an Leberkrebs, kurz bevor in New York der Prozess gegen ihn beginnen sollte.

          Schon im August 2011 war das Hotel Corinthia in der libyschen Hauptstadt Tripolis von Rebellen attackiert worden.

          Im „Corinthia“, das noch in der Zeit des früheren Machthaber Muammar al Gaddafi im Jahr 2003 eröffnet wurde, waren in der Vergangenheit häufig Diplomaten und vorübergehend sogar Botschaften untergebracht. Seit eine islamistische Regierung in Tripolis regiert, hat die Bedeutung des Hotels jedoch nachgelassen. Eine international anerkannte Regierung tagt im ostlibyschen Tobruk. Milizen kämpfen für beide Seiten um die Macht in dem ölreichen Land.

          Schon im Oktober 2013 war der damalige libysche Ministerpräsident Ali Zaidan aus dem Hotel von Milizionären entführt worden. Nach anderen Angaben könnte jedoch auch eine Einheit des Innenministeriums beteiligt gewesen sein. Die staatliche Nachrichtenagentur Lana meldete damals unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Abteilung für Verbrechensbekämpfung im Innenministerium, Zaidan sei nicht entführt, sondern von seiner Abteilung „festgenommen“ worden.

          Auch damals wurde die Entführung des Politikers in Zusammenhang mit der Verschleppung des mutmaßlichen Al-Qaida-Terroristen Al-Libi gestellt. Denn dieser war kurz zuvor von einem amerikanischen Spezialkommando in Tripolis gefangen und außer Landes gebracht worden.

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