https://www.faz.net/-gpf-9vh6j

Treffen in Libyen : Haftar will laut Maas Waffenstillstand einhalten

  • Aktualisiert am

Erste Begegnung: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bei General Chalifa Haftar Bild: dpa

Trotz Waffenruhe wird in Libyen weiter geschossen. Das soll sich ändern, sagt Außenmister Maas nach seinem Treffen mit dem einflussreichen General Haftar.

          2 Min.

          Im libyschen Bürgerkrieg hat sich der einflussreiche General Chalifa Haftar nach Angaben von Bundesaußenminister Heiko Maas zu einem Waffenstillstand bereit erklärt. „Er hat zugesagt – unabhängig davon, dass er die Waffenstillstandsvereinbarung Anfang der Woche in Moskau nicht unterschrieben hat – den Waffenstillstand einzuhalten. Das ist außerordentlich wichtig", so Maas nach einem drei Stunden langen Gespräch mit Haftar im libyschen Benghasi.

          Haftar hatte Maas in seinem Hauptquartier nahe der Stadt empfangen. Der 76 Jahre alte General kontrolliert gemeinsam mit Verbündeten einen Großteil Libyens. Seine Truppen kämpfen um Tripolis und haben ihren Kampf in den vergangenen Wochen noch verstärkt. „Unsere Botschaft ist klar: Dieser Konflikt ist für niemanden militärisch zu gewinnen“, hatte Maas vor dem Beginn des Treffens gesagt. Für beide war es die erste persönliche Begegnung, drei Tage vor dem in Berlin geplanten Libyen-Gipfel.

          Nach den ergebnislosen Moskauer Gesprächen über einen Waffenstillstand soll das Gipfeltreffen in Berlin am Sonntag den Weg zu einer politischen Lösung ebnen. Stoßrichtung der Konferenz ist es vor allem, internationale Einigkeit herzustellen: Ein Waffenstillstand, eine Verpflichtung ausländischer Mächte zur Einhaltung des Waffenembargos sowie eine gemeinsame internationale Sicht auf Libyen als ein einheitlicher Staat mit zentral kontrollierten Sicherheitskräften und Institutionen.

          Der Chef der international anerkannten Einheitsregierung in Tripolis, Fajez Sarradsch, bestätigte am Donnerstag seine Teilnahme für die Konferenz. „Wir werden in Berlin anwesend sein“, sagte er laut seinem Pressedienst bei einem Treffen mit Mitgliedern seiner Regierung sowie Militärangehörigen. Ob sein Rivale Haftar die Einladung annimmt, ist bislang noch offen. Maas schrieb auf Twitter, der General habe deutlich gemacht, dass er  „grundsätzlich bereit“ sei, an der Konferenz teilzunehmen.

          Die Teilnehmer der Berliner Konferenz sollen sich dann einzelner Themen annehmen und diese verantwortlich weiterführen. Machtpolitische Ziele und ein Ringen um die Aufteilung von Rohstoffen haben in Libyen eine brisante Mischung ergeben. Die Konfliktparteien werden von konkurrierenden Staaten wie Russland, der Türkei, Frankreich, Italien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Saudi-Arabien unterstützt. Zunehmend sollen auch ausländische Söldner im Einsatz sein. Demnach hat Haftar militärische Unterstützung aus Russland, dem Tschad und dem Sudan.

          Die Türkei hat zur Unterstützung der Regierung in Tripolis auch islamistische, syrische Milizen geschickt. Auch Frankreich und Italien, traditionell Käufer des libyschen Öls, konkurrieren. Praktisch unbeteiligt an diesen Machtkämpfen ist Deutschland.

          Weitere Themen

          Zehn Jahre Haft für afghanische Migranten

          Nach Brand in Moria : Zehn Jahre Haft für afghanische Migranten

          In Griechenland sind vier afghanische Migranten zu je zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil sie im September 2020 im Erstaufnahmelager Moria ein Feuer gelegt haben sollen. Nun geht der Prozess in die zweite Runde.

          Die Bilanz des G7-Gipfels in Cornwall Video-Seite öffnen

          Klimawandel und Pandemie : Die Bilanz des G7-Gipfels in Cornwall

          Das Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industrienationen in Carbis Bay wurde von friedlichen Protesten für eine gerechtere Welt begleitet. Indes zeigten sich die Beteiligten optimistisch, gemeinsam die Pandemie und den Klimawandel zu bewältigen.

          Topmeldungen

          Stau im Berliner Berufsverkehr.

          Subventionen : Milliarden gegen den Klimaschutz

          Berufspendeln, Dienstwagen, Diesel fahren, fliegen: Klimaschädliches Verhalten wird vom Staat oft bezuschusst. Das zu ändern ist gar nicht so leicht.

          Nach dem Parteitag : Baerbock in der grünen Idylle

          Ideologisch motivierte Übertreibungen lassen sich nicht mit idyllischen Visionen übertünchen. Wie die Grünen damit umgehen, wird darüber entscheiden, ob Baerbock als Kanzlerkandidatin ernst zu nehmen ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.