https://www.faz.net/-gpf-137ip

Libanon : Hizbullah-Anhänger greifen UN-Soldaten an

  • Aktualisiert am

Französische Unifil-Soldaten Mitte Juli im Südlibanon Bild: REUTERS

Bei Ausschreitungen im Südlibanon sind 14 Soldaten der Libanon-Schutztruppe der Vereinten Nationen (Unifil) verletzt worden. Die Blauhelme hatten versucht, den Grund für die Explosion eines mutmaßliches Waffendepots der Hizbullah zu ermitteln.

          2 Min.

          Bei Ausschreitungen im Südlibanon sind am Wochenende 14 Soldaten der Libanon-Schutztruppe der Vereinten Nationen (Unifil) verletzt worden. Anhänger der schiitischen Hizbullah warfen mit Steinen auf französische Angehörige einer UN-Untersuchungseinheit, die ermitteln sollte, wie es zur Explosion eines Waffenlagers in der vergangenen Woche gekommen war.

          Um das zu verhindern, gingen am Samstag rund hundert Bewohner des nahe Israel gelegenen Dorfs Khirbet Salim auf die Unifil-Soldaten los und zerstörten die Windschutzscheiben von zwei UN-Fahrzeugen.

          Israel: UN kennen noch mehr Waffendepots

          In israelischen Regierungskreisen hieß es am Sonntag, die Unifil-Führung sei seit Monaten über das geheime Hizbullah-Waffendepot in einem zweistöckigen Haus am Ortsrand Khirbet Salims und weitere Waffenverstecke in der Gegend unterrichtet gewesen.

          Der UN-Sicherheitsrat soll im August über eine Verlängerung des Unifil-Einsatzes diskutieren. Israel hofft, dass dann ein härteres Vorgehen gegen die illegale Präsenz von Waffen im Südlibanon beschlossen wird.

          Der Angriff auf die UN-Soldaten ist der schwerste seit Ende des Krieges zwischen Israel und dem Libanon im Sommer 2006. Bereits im Februar dieses Jahres war es zu Zusammenstößen zwischen Hizbullah-Angehörigen und einer Unifil-Einheit gekommen, die überprüfen wollte, ob die von Generalsekretär Hassan Nasrallah geführte „Partei Gottes“ nahe der südlibanesischen Stadt Tebnin einen Bunker unterhielt. Wie am Wochenende wurden sie durch Steinwürfe daran gehindert. „Man hat uns die Grenzen aufgezeigt“, kommentierte ein UN-Mitarbeiter den Vorfall.

          Weiter Waffen aus Syrien an die Hizbullah

          Laut UN-Sicherheitsratsresolution 1701 von August 2006, die den Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon regelt, ist im Unifil-Einsatzgebiet zwischen israelischer Grenze und dem Fluss Litani nur der hier mit 15000 Soldaten präsenten libanesischen Armee und den Vereinten Nationen Waffenbesitz erlaubt.

          Da die Unifil bislang darauf verzichtete, offensiv nach Waffenverstecken zu suchen, blieben gewaltsame Auseinandersetzungen in den vergangenen Jahren weitgehend aus. Der tödliche Anschlag auf sechs spanische Unifil-Soldaten im Juni 2007 wird nicht der schiitischen Hizbullah, sondern sunnitischen Terrorgruppen zugerechnet.

          Israel und die UN haben Iran und Syrien jedoch wiederholt vorgeworfen, weiter Waffen an die Nasrallah-Organisation zu schmuggeln. Der Libanon wiederum hält Israel vor, durch Überwachungsflüge gegen Resolution 1701 zu verstoßen. Die bereits 1978 in den Libanon entsandte UN-Schutztruppe Unifil wurde nach Ende des Libanon-Krieges 2006 von 2000 auf rund 13000 Soldaten aufgestockt.

          Weitere Themen

          Orbans Fidesz verliert Budapest

          Kommunalwahlen in Ungarn : Orbans Fidesz verliert Budapest

          In Ungarns Großstädten hat die Partei von Regierungschef Viktor Orban einen schweren Stand. Der künftige Bürgermeister von Budapest will die Hauptstadt „transparent, solidarisch und grün“ machen.

          Ausgangssperre nach schweren Unruhen Video-Seite öffnen

          Gespräche in Ecuador geplant : Ausgangssperre nach schweren Unruhen

          Die seit Tagen anhaltenden Ausschreitungen in Ecuador nehmen kein Ende - nun soll es erste Gespräche zwischen den Demonstranten und der Regierung geben. Nach schweren Unruhen in der Hauptstadt Quito verhängte Präsident Lenín Moreno eine Ausgangssperre.

          Assads Armee soll Kurden gegen Türkei unterstützen

          Nordsyrien : Assads Armee soll Kurden gegen Türkei unterstützen

          Die Lage nach dem türkischen Angriff wird immer verfahrener. Offenbar kommen syrische Regierungstruppen den zunehmend verzweifelten Kurden zu Hilfe. Dabei will auch Damaskus keine kurdische Selbstverwaltung. Vermittelt hat angeblich Russland.

          Topmeldungen

          Gergely Karácsony auf einer Aufnahme vom März 2018

          Kommunalwahlen in Ungarn : Orbans Fidesz verliert Budapest

          In Ungarns Großstädten hat die Partei von Regierungschef Viktor Orban einen schweren Stand. Der künftige Bürgermeister von Budapest will die Hauptstadt „transparent, solidarisch und grün“ machen.
          Zweimal Gündogan: Kimmich schreit seine Erleichterung über die Treffer des Kollegen heraus.

          3:0 für Deutschland : Geduldsspiel in Tallinn

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss einen frühen Platzverweis von Emre Can verkraften, gewinnt aber nach zähem Beginn 3:0 in Estland. Gündogan trifft zweimal, Werner setzt noch einen drauf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.