https://www.faz.net/-gpf-rq6c

Libanon : „Eine neue Terrorbotschaft“

  • Aktualisiert am

Nach dem Anschlag auf Gibran Tueni Bild: REUTERS

Während Sonderermittler Mehlis die Vereinten Nationen über den neuesten Stand seiner Ermittlungen im Mordfall Hariri unterrichtet hat, wurde bei einem Autobomben-Anschlag in Beirut ein syrienkritischer Journalist getötet.

          1 Min.

          Im Libanon ist an diesem Montag ein syrienkritischer Journalist und Abgeordneter bei einem Bombenanschlag getötet worden. Nach Berichten der Fernsehsender LBC und Future TV kamen zusammen mit Gibran Tueni zwei weitere Menschen ums Leben. Der Anschlag ereignete sich in einer Seitenstraße des vorwiegend von Christen bewohnten Beiruter Vororts Mkalles.

          Den Fernsehberichten zufolge detonierte eine Autobombe, als Tueni in einem Konvoi vorbei fuhr. Nach der Detonation brach ein Feuer aus. Der führende Politiker Walid Dschumblatt bestätigte den Tod des Abgeordneten. „Das ist eine neue Terrorbotschaft“, erklärte Dschumblatt. Er bezog sich damit auf eine Serie von Anschlägen, die seit der Ermordung des früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri am 14. Februar den Libanon erschütterten. Ziel war oft Personen, die sich gegen die langjährige Besatzungsmacht Syrien geäußert hatten. Tueni hatte zuletzt aus Angst vor Anschlägen in Frankreich gelebt. Seine Kolumnen in der Zeitung „An Nahar“ hatten häufig den Zorn Syriens erregt.

          Mehlis informiert Annan über Ermittlungen im Mordfall Hariri

          Der deutsche UN-Sonderermittler Detlef Mehlis informierte unterdessen UN-Generalsekretär Kofi Annan über den neuesten Stand der Ermittlungen im Mordfall Hariri. Öffentlich äußerte sich Mehlis am Sonntag abend nicht zu den Inhalten. Bereits im Oktober hatten der Sonderermittler und sein Team einen Zwischenbericht veröffentlicht, in dem syrischen und libanesischen Sicherheitsbehörden eine maßgebliche Beteiligung an der Ermordung Hariris vorgeworfen wurde.

          Anfang Juni: Gibran Tueni am Tatort eines Anschlags auf einen Kolllegen
          Anfang Juni: Gibran Tueni am Tatort eines Anschlags auf einen Kolllegen : Bild: AP

          Mehlis hatte zuletzt erklärt, er sei zufrieden mit den Beweisen, die sein Team gesammelt habe, ließ aber offen, ob er in seinem Bericht Schritte gegen Syrien empfehle. Die Veröffentlichung der Ermittlungsergebnisse wurde für Montag erwartet, am Dienstag sollte Mehlis den UN-Sicherheitsrat unterrichten. Syrien hat jede Verwicklung in das Attentat zurückgewiesen. Präsident Baschar Assad bekräftigte zuletzt in einem Fernsehinterview am Sonntag, sein Land sei unschuldig. Jeder Versuch, Sanktionen gegen Syrien zu verhängen, könnte die Region destabilisieren, erklärte er.

          Weitere Themen

          „Wir haben eine Pandemie in der Pandemie“

          Rudolf Anschober im Interview : „Wir haben eine Pandemie in der Pandemie“

          Österreich ist gerade in der Phase, die Deutschland bevorsteht: behutsam lockern, viel testen und die Infektionszahlen richtig einschätzen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober spricht im Interview über Öffnungen, Schnelltests und Notbremsen.

          CDU-Löbel verlässt Politik, Nüsslein die CSU Video-Seite öffnen

          Provisionsaffären : CDU-Löbel verlässt Politik, Nüsslein die CSU

          Weiterhin Debatten angesichts der Affären von zwei Unions-Bundespolitikern: Es geht um sechsstellige Provisionen für die Vermittlung von Staatsaufträgen für Corona-Schutzmasken. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel aus Baden-Württemberg hat am Montag erklärt, er ziehe sich umgehend aus der Politik zurück.

          Topmeldungen

          Rudolf Anschober, der den Grünen angehört, am 1. Februar in Wien

          Rudolf Anschober im Interview : „Wir haben eine Pandemie in der Pandemie“

          Österreich ist gerade in der Phase, die Deutschland bevorsteht: behutsam lockern, viel testen und die Infektionszahlen richtig einschätzen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober spricht im Interview über Öffnungen, Schnelltests und Notbremsen.
          Die richtige Versicherungsform zu wählen, kann bares Geld wert sein.

          Krankenkassen : Gesetzlich oder privat versichern?

          Die Wahl der richtigen Krankenversicherung ist noch heikler als die Wahl des richtigen Partners. Aber man kann die künftigen Kosten überschlagen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.