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In Botschaft geflüchtet : Spanien liefert Venezuelas Oppositionsführer López nicht aus

  • Aktualisiert am

Leopoldo Lopez und seine Ehefrau reden mit Medien auf dem spanischen Botschaftsgelände. Bild: Reuters

Leopoldo López gilt als politischer Ziehvater von Maduros Widersacher Guaidó. Während des gescheiterten Militäraufstands konnte er seinem Hausarrest entkommen. In Spaniens Botschaft ist er vorerst sicher.

          Spanien will den in seine Botschaft in der Hauptstadt Caracas geflüchteten Oppositionsführer Leopoldo López nicht an die Behörden Venezuelas ausliefern. Zugleich warnte die Regierung in Madrid die Behörden, man vertraue darauf, dass die Unantastbarkeit der diplomatischen Vertretung respektiert werde. López habe sich dafür bedankt, dass die Botschaft ihn als „Gast“ aufgenommen habe.

          Kurz zuvor hatte ein Gericht in Caracas einen Haftbefehl gegen López ausgestellt. Der Geheimdienst Sebin solle den Gründer der Oppositionspartei Voluntad Popular festsetzen und in ein Militärgefängnis bringen, teilte das Strafgericht mit.

          Aus Hausarrest befreit

          Am Dienstag war López auf Anweisung des selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó von aufständischen Soldaten aus dem Hausarrest befreit worden. Der geplante Umsturzversuch gegen die Regierung des umstrittenen Präsidenten Nicolás Maduro scheiterte allerdings zunächst. López suchte daraufhin Schutz in der spanischen Botschaft.

          Laut spanischen Medien betonte er, es habe sich nicht um einen versuchten Staatsstreich gehandelt. Vielmehr gehe es um die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung. Guaidó wirft Maduro Wahlfälschung vor. Er habe die Macht unrechtmäßig an sich gerissen.

          Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó (l.) am Dienstag an der Seite von Leopoldo López, kurz nachdem dieser aus dem Hausarrest befreit wurde.

          López saß seit 2014 in Haft. Damals waren bei Protesten gegen die Regierung mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Ein Gericht verurteilte López wegen Anstachelung zur Gewalt zu fast 14 Jahren Haft. Zuletzt saß der Oppositionsführer im Hausarrest. Zahlreiche Regierungen und Menschenrechtsorganisationen sahen in López einen politischen Gefangenen.

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