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Lehren aus Nizza : Woher kommt dieser Hass?

Angst vor Anschlägen: Ein Polizist bewacht am Freitag vor dem Freitagsgebet die Große Moschee in Paris. Bild: AFP

Mit Attentaten wie in Nizza versuchen Islamisten freiheitliche Gesellschaften in den „Clash of civilizations“ zu treiben. Welche Ursachen hat das – und was kann getan werden, um es zu verhindern?

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          In Nizza hat ein 21 Jahre alte Tunesier drei Menschen in einer Kirche mit einem langen Messer getötet. Eine Woche davor war es ein 18 Jahre alter Tschetschene, der vor einer Schule den Lehrer Samuel Paty vor einer Schule in Paris ebenfalls mit einem langen Messer enthauptet hat. Offenbar hat der Täter von Nizza die Ermordung von Paty nachgeahmt. Nachahmungen waren ein Muster auch bei früheren Terrorwellen. Eine Zeitlang rasten Attentäter mit Autos in Menschenmengen, lange hatten sich Selbstmordattentäter mit den Opfern in die Luft gesprengt. Oft haben Terroranschläge Nachahmer gefunden. Da die „Inspiration“ über die sozialen Medien stattfindet, ist es schwierig, dagegen vorzugehen.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Auch ein weiteres Muster zeigte sich nach den abscheulichen Morden in Nizza: der Reflex rechtsradikaler Kreise nach Vergeltung. Damit ginge nur das Kalkül der islamistischen Terroristen auf. Ihr Ziel ist, Vergeltungsaktionen zu provozieren, um weiteres Morden zu rechtfertigen. Sie wollen mit dem Hass, den sie zu säen versuchen, freiheitliche Gesellschaften in den „Clash of civilizations“ treiben. Ein Teufelskreis würde in Gang gesetzt, aus dem es nur noch schwierig einen Ausstieg gäbe. Bei der jüngsten Terrorwelle kam aber hinzu, dass der türkische Präsident aus innenpolitischen Erwägungen die Spannungen weiter geschürt hat.

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