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Le Pen sieht sich als Siegerin : Frankreichs gekaperte Demokratie

Anhänger Emmanuel Macrons erwarten den Präsdenten am Wahlabend auf dem Marsfeld in Paris. Bild: AFP

Die Radikalen sprechen Macron die Legitimität ab. Um die französische Demokratie zu retten, muss der Präsident jetzt etwas Ungewöhnliches tun.

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          Diesen Sieg sollte man nicht kleiner machen, als er ist. Emmanuel Macron ist das schier Unvorstellbare gelungen. Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren ist es einem Präsidenten geglückt, das Vertrauen der französischen Wähler für eine zweite Amtszeit zu gewinnen. Zuletzt war das Jacques Chirac gelungen, ebenfalls nur nach einem Duell gegen Le Pen (den Vater). Seinen Ruf als politische Ausnahmeerscheinung verfestigt Macron durch den Umstand, dass er das Ergebnis mit einer eigenen parlamentarischen Mehrheit erzielte. Das hat seit Einführung der Direktwahl noch keiner seiner Vorgänger geschafft.

          Mit seinem Ergebnis von 58 Prozent ersparte Macron Frankreich eine abendliche Zitterpartie. Sein Vorsprung beläuft sich auf mehr als fünf Millionen Stimmen. Vor fünf Jahren lag er noch mit zehn Millionen Stimmen vor Le Pen. Auch ein gedämpfter Erfolg verpflichtet, gerade in einem so streitlustigen Land wie Frankreich. Aber Macron wurde nicht einmal die kurze Dankesrede vor dem Eiffelturm als Geste der demokratischen Bescheidenheit abgenommen.

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