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Rechtspopulisten in Frankreich : Le Pen als Chefin des Rassemblement National wiedergewählt

  • Aktualisiert am

Unangefochten: Marine Le Pen nach ihrer Wiederwahl am Sonntag in Perpignan Bild: AFP

Volle Unterstützung für Marine Le Pen: Die Vorsitzende des Rassemblement National ist mit 98 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden – trotz ihrer schweren Wahlniederlage vor einer Woche.

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          Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen ist als Vorsitzende des Rassemblement National (RN, Nationale Sammlungsbewegung) wiedergewählt worden. Die 52 Jahre alte Politikerin wurde mit gut 98 Prozent der Stimmen bestätigt, wie der RN beim Parteitag im südfranzösischen Perpignan am Sonntag mitteilte. Gegenkandidaten gab es nicht. Die Mitglieder hatten in den vergangenen Wochen per Post und online ihre Stimmen abgegeben.

          Le Pen steht seit 2011 an der Spitze des früheren Front National, der sich 2018 in Rassemblement National (RN) umbenannt hatte. Am Nachmittag will sie in einer Rede ihren Kurs erläutern und sich zu ihrer Präsidentschaftskandidatur im kommenden Jahr äußern. Bei den Regionalwahlen vor einer Woche war ihre Partei trotz guter Umfragewerte leer ausgegangen und konnte keine einzige Region für sich entscheiden. Le Pens Partei büßte 30 Prozent ihrer Wähler ein. Die Parteichefin ist deshalb in Erklärungsnot. Die Parteispitze macht die niedrige Wahlbeteiligung, insbesondere unter Jungwählern und der Arbeiterschaft, für die Wahlschlappe verantwortlich.

          Le Pens „Normalisierungs“-Strategie dürfte trotz der Wahlniederlage nicht in Frage gestellt werden. Sie ist seit Jahren bemüht, sich vom rechtsextremen Erbe ihres Vaters Jean-Marie Le Pen zu distanzieren und den RN als normale politische Kraft zu etablieren.

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          Beim Parteitag wird sich auch entscheiden, wer Le Pen an der Spitze der Partei künftig vertreten wird. Sie will ihr Amt während des Präsidentschaftswahlkampfes ruhen lassen. Die Parteimitglieder stimmten am Samstag deshalb für eine Satzungsänderung, die eine Vertretung der Parteichefin durch den Stellvertreter „für zwölf Monate“ ermöglicht. Für den Posten kandidiert neben Le Pens Stellvertreter Jordan Bardella auch der Bürgermeister von Perpignan, Louis Aliot.

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