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Terror in Schweden : Stockholm im Ausnahmezustand

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Juncker: „Ein Angriff auf uns alle“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reagierte erschüttert auf den mutmaßlichen Anschlag mit einem Lastwagen in Stockholm. Er habe während seines Besuchs in Athen „von dem brutalen Angriff auf unschuldige Menschen in Stockholm erfahren“, schrieb das Staatsoberhaupt am Freitag in einer Mitteilung. „Auch wenn die Hintergründe noch unklar sind: Unsere Gedanken und unsere Solidarität sind bei den Opfern und Verletzten, bei unseren schwedischen Freunden und allen Menschen in Stockholm“, ergänzte er.

Nach dem Anschlag mit einem Lastwagen in Schweden hat das Auswärtige Amt Reisende in der Hauptstadt Stockholm zur Vorsicht aufgerufen. „Reisenden wird geraten, vorerst in ihren Unterkünften zu verbleiben und die Lageentwicklung über die Medien und diese Reise- und Sicherheitshinweise zu verfolgen“, erklärte das Auswärtige Amt am Freitag in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für Schweden. „Den Anweisungen der Sicherheitskräfte ist unbedingt Folge zu leisten“, hieß es darin weiter.

Die Europäische Union reagierte bestürzt auf den mutmaßlichen Terroranschlag in Stockholm. „Ein Angriff auf einen unserer Mitgliedsstaaten ist ein Angriff auf uns alle“, erklärte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Freitag in Brüssel. Schweden könne auf Solidarität und jede erdenkliche Hilfe zählen. „Unsere Gedenken sind beim schwedischen Volk“, erklärte Juncker. Er sprach den Familien der Opfer im Namen der Kommission sein Beileid aus und würdigte den Einsatz der Rettungskräfte.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigte sich ebenfalls schockiert: „Die Nachrichten, die aus Stockholm kommen, sind schrecklich“, schrieb Stoltenberg am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Mein tiefes Mitgefühl gilt allen, die betroffen sind.“ Die Nato stehe an der Seite des trauernden schwedischen Volkes.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Schweden sein tiefes Mitgefühl nach dem mutmaßlichen Anschlag in Stockholm ausgesprochen. „In unserem Land kennen wir die Grausamkeiten des internationalen Terrorismus nicht nur vom Hörensagen“, hieß es in einem Schreiben Putins an den schwedischen König Carl XVI. Gustaf der Agentur Interfax zufolge am Freitag in Moskau. „In dieser schwierigen Stunde trauern die Russen gemeinsam mit dem schwedischen Volk.“ Putin wünschte den Verletzten eine baldige Genesung.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrere tödliche Anschläge von Anhängern der Terrormiliz „IS“ gegeben, bei denen Attentäter mit Fahrzeugen in Menschenmengen gerast waren. Im Dezember hatte ein Attentäter einen LKW auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin gelenkt und zwölf Menschen getötet. In London kamen im März fünf Menschen vor dem britischen Parlament ums Leben, darunter der Angreifer.

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