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Der dänische Regierungschef Rasmussen in der Marienborg, dem Sommersitz des dänischen Premierministers Bild: Kasper Palsnov

Dänischer Ministerpräsident : „Zu viele Migranten teilen unsere Werte nicht“

Sein umstrittener „Getto-Plan“ soll Ordnung in Problemviertel bringen. Im F.A.Z.-Interview spricht Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen über den Kampf gegen Parallelgesellschaften und den Wandel seines Landes.

          6 Min.

          Herr Ministerpräsident, Dänemark kontrolliert seit der Flüchtlingskrise die Grenze zu Deutschland. Sie haben sogar kürzlich entschieden, die Grenzübergänge besser zu bewachen. Warum und wie lange soll das noch so gehen?

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Die Grenzkontrolle bleibt notwendig, so lange illegale Migranten noch eine deutliche Herausforderung darstellen, auch mit Blick auf unsere innere Sicherheit. Wir haben 2015 mit dem großen Zustrom von Flüchtlingen ein Desaster erlebt. Es ist zudem wichtig für mich, die Unterstützung meiner Bürger zu sichern. Dabei geht es nicht um die Grenzkontrollen alleine. Natürlich haben wir eine Verantwortung, und Menschen sollten hier Asyl beantragen können. Es ist aber auch wichtig, dass wir Menschen in die Pflicht nehmen und dass wir der Integration mehr Aufmerksamkeit widmen. Länger schon haben wir in Dänemark Probleme mit Parallelgesellschaften in einigen Vierteln. Wenn wir nun die Grenzen kontrollieren, stellen wir sicher, dass diese Probleme nicht größer werden – und wir uns darum kümmern können, sie zu lösen.

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