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Proteste gegen Kantinenessen : „Ideologie gehört nicht auf die Teller unserer Kinder“

Proteste gegen vegetarische Kantinenmahlzeiten: Ein Landwirt am Montag mit einer Kuh vor dem Lyoner Rathaus Bild: AFP

In den Schulkantinen von Lyon gibt es nur noch fleischlose Menüs. Der grüne Bürgermeister will damit die Einhaltung der Corona-Regeln erleichtern. Doch die Landwirte und einige Regierungsminister laufen Sturm.

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          Bohnensalat, danach Kräuter-Omelett an Bio-Spinat mit Bechamel, Käse und Obst: So lautet am Dienstag das Einheitsmenü der Schulkantinen in Lyon, das einen landesweiten Sturm der Entrüstung hervorgerufen hat. Die fleischlose Kost, die der grüne Bürgermeister der drittgrößten französischen Stadt aufgrund verschärfter Corona-Regeln für die Schulkinder beschlossen hat, ist nicht nach dem Geschmack führender Regierungsmitglieder. „Wir sollten die Ideologie nicht auf die Teller unserer Kinder legen“, sagte Landwirtschaftsminister Julien Denormandie.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Das Einheitsmenü sei eine „soziale Schande“ und „aberwitzig mit Blick auf eine ausgewogene Ernährung“, sagte der Minister am Dienstag im Radiosender RTL. Er hielt den Grünen vor, eine „Ökologie der Abschottung“ zu pflegen, die „auf Kosten der Schwächsten geht, die sich keine ausgewogene Ernährung leisten können“. Aus seiner Sicht gehört eine Portion Fleisch zu einer ausgewogenen Ernährung.

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