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Landtagswahl im Burgenland : Sozialdemokraten Österreichs beenden lange Talfahrt

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Hans Peter Doskozil, SPÖ-Spitzenkandidat, bei der Verkündung der Hochrechnung Bild: dpa

Laut dem vorläufigen Ergebnis hat die SPÖ die absolute Mehrheit im Landtag in Eisenstadt in Österreich. Die rechte FPÖ verbucht starke Verluste. Die Wahl im kleinen Bundesland Burgenland ist auch von bundespolitischer Bedeutung.

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          Die Sozialdemokraten in Österreich haben bei der Landtagswahl im traditionell SPÖ-regierten Burgenland ihre lange Talfahrt beendet. Die SPÖ unter dem populären Landeschef Hans Peter Doskozil legte laut vorläufigem Endergebnis am Sonntag um acht Prozentpunkte auf 50 Prozent zu. Das bedeutet die absolute Mandatsmehrheit im Landtag in Eisenstadt. Der bisherige Koalitionspartner, die rechte FPÖ, verbuchte starke Verluste von 5,25 Prozentpunkten und kam nur noch auf 9,8 Prozent.

          Die zuletzt so erfolgsverwöhnte konservative ÖVP kam auf ein kleines Plus und liegt nun bei 30,6 Prozent. Die Grünen konnten ihren spektakulären Höhenflug nicht fortsetzen und liegen mit 6,7 Prozent nur minimal über dem Ergebnis von 2015.

          Bundespolitische Bedeutung

          Die Wahl im bevölkerungsärmsten Bundesland Österreichs ist in zweifacher Hinsicht von bundespolitischer Bedeutung. Die Wahl war der erste Stimmungstest nach Bildung der ÖVP-Grünen-Koalition auf Bundesebene. Außerdem ist der 49-jährige Doskozil parteiintern nun enorm gestärkt. Er gilt als möglicher Nachfolger der nach wie vor nicht unumstrittenen Parteichefin Pamela Rendi-Wagner.

          Doskozil hat im Burgenland, das eine mehrere Hundert Kilometer lange Grenze zu Ungarn hat, stets eine eher rigide Zuwanderungspolitik vertreten. Die Bildung einer Koalition mit der rechten FPÖ unter seinem Vorgänger Hans Niessl war SPÖ-intern kritisch verfolgt worden. Profiliert hat sich Doskozil auch mit einer starken sozialpolitischen Ausrichtung. So erhalten Landesbedienstete einen Mindestlohn von 1700 Euro netto. Die SPÖ hatte bei den diversen Wahlen auf Landes- und Bundesebene im vergangenen Jahr teils historische Tiefstände hinnehmen müssen.

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