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Ende des Mali-Einsatzes : Lambrecht zieht Konsequenzen

Bundeswehrsoldaten im Camp Castor in Gao am 9. April Bild: dpa

Die Schikanen der malischen Regierung gegen deutsche Bundeswehrsoldaten nehmen kein Ende. Nun setzt das Verteidigungsministerium den Einsatz in dem westafrikanischen Staat vorerst aus. Das ist auch ein Sieg für Moskau.

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          Das Verteidigungsministerium hat am Freitag die Konsequenz aus weiteren schikanösen Maßnahmen der malischen Regierung gegen das Kontingent der Bundeswehr gezogen. Entgegen vorherigen Zusagen habe die Junta der UN-Mission abermals die Überflugrechte verweigert. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mitteilte, hatte Bamako die Überflugrechte für einen für Freitag geplanten Flug eines zivilen Vertragsnehmers zum Personalwechsel verweigert. Insgesamt sollten dabei nach Angaben des Ministeriums 139 Soldatinnen und Soldaten in den Einsatz verlegt werden; 107 sollten auf dem Rückflug zurück nach Deutschland fliegen.

          Claudia Bröll
          Politische Korrespondentin für Afrika mit Sitz in Kapstadt.
          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Der malische Verteidigungsminister Sadio Camara habe Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) in einem Telefonat zugesichert, dass die Überflüge sowie Landerechte „ab sofort wieder gewährleistet sind.“ Von deutscher Seite hieß es dazu, man müsse verstehen, „dass diese erneute Irritation unserseits nicht unbeantwortet bleiben kann“, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Der deutsche Kontingentführer werde daher bis auf weiteres die Operationen der Aufklärungskräfte und die Transportflüge mit dem Hubschrauber CH-53 einstellen. Diese Kräfte würden nun zur Sicherung des Flughafens eingesetzt. Diese Aufgabe sollten eigentlich die Soldaten übernehmen, deren Landung verweigert wurde.

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