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Streit mit Spanien : Schach ohne König

„Marsch für die Freiheit“: Eine Gruppe katalanischer Demonstranten umrundet das Model-Gefängnis in Barcelona. Bild: EPA

In Barcelona spitzt sich die Lage zwischen den katalanischen Demonstranten und der spanischen Guardia Civil zu. Die Separatisten müssen ihre zukünftige Strategie planen.

          7 Min.

          Bringt etwas Warmes und einen Regenschirm mit, lautete die fürsorgliche Ermahnung. 24 Stunden dauerte der „Marsch für die Freiheit“. Immer wieder umrundete die kleine Gruppe Katalanen symbolisch das alte Model-Gefängnis in Barcelona. „Du gehst niemals allein“ stand auf einigen Plakaten mit dem Bild von Carles Puigdemont, die am Straßenrand im kalten Wind flatterten. Zum Abschluss gab es dann eine heiße Schokolade für alle, die sich die Stimme mit dem Slogan „Freiheit für die politischen Gefangenen“ heiser gerufen hatten.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          In Katalonien fiel der Jubel verhalten aus, nachdem Carles Puigdemont das Gefängnis in Neumünster verlassen hatte. Die Menschen, die von einem eigenen Staat träumen, wissen, dass der Weg noch weit ist – und was sie tun müssen, um ihr Ziel zu erreichen. In Barcelona wird nicht nur fröstelnd marschiert. Als der spanische König Felipe am Tag nach dem Marsch in Barcelona zu Besuch war, riefen Hunderte junge Demonstranten wieder „Raus mit dem Bourbonen“. Aber solche Proteste gegen die spanische Königsdynastie gehören schon fast zur politischen Folklore in der Region im Nordosten Spaniens.

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