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Angespannte Lage im Irak : Anti-IS-Koalition setzt Einsatz aus

  • Aktualisiert am

Amerikanische Truppen im Oktober im Irak Bild: AFP

Sowohl die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte als auch der Kampf gegen den IS werde erst einmal unterbrochen, teilte die Anti-IS.Koalition im Irak mit. Ein iranischer General zog derweil die amerikanische Entscheidungsstärke in Zweifel.

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          Die von Amerika geführte internationale Koalition zum Kampf gegen die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) setzt ihren Einsatz im Irak vorerst aus. Dies betreffe sowohl die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte als auch den direkten Kampf gegen den IS, teilte die Koalition am Sonntag mit. Die Situation in der Region ist äußerst angespannt seit die Vereinigten Staaten mit einem gezielten Angriff im Irak den iranischen Top-General Qassem Soleimani getötet haben.

          Iran seinerseits hat die Drohung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit Angriffen auf 52 iranische Ziele zurückgewiesen. Er bezweifle, dass die Vereinigten Staaten „den Mut haben“, ihre Drohungen wahr zu machen, erklärte der Oberbefehlshaber der iranischen Armee, General Abdolrahim Mussawi, am Sonntag der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge. Mit solchen Äußerungen wollten die Vereinigten Staaten nur die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit von ihren „abscheulichen und unentschuldbaren Taten“ ablenken. Irans Außenminister Dschawad Zarif warnte die Vereinigten Staaten am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter, jede Entscheidung, die Kulturstätten des Landes ins Visier zu nehmen, sei ein „Kriegsverbrechen“.

          Mit scharfen Worten hatte vorher der amerikanische Präsident Donald Trump Iran vor Racheakten nach dem tödlichen Luftangriff auf General Qassem Soleimani gewarnt. Für den Fall, dass Iran Amerikaner oder amerikanische Einrichtungen attackieren sollte, gebe es eine Liste mit 52 wichtigen iranischen Zielen, die dann angegriffen würden, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. Die Führung in Teheran hatte Rache geschworen für den Tod Soleimanis, der als bekanntestes Gesicht des iranischen Militärs im Ausland galt und von vielen Landsleuten als Märtyrer betrachtet wird. Zu Trauermärschen und Zeremonien zu seinen Ehren erwarten die iranischen Revolutionsgarden am Sonntag nach eigenen Angaben Millionen Iraner.

          Auf Twitter richtete Trump martialische Worte an die Iraner, denen er dringend von Vergeltungsakten abriet: Die für die Islamische Republik und deren Kultur teils sehr bedeutsamen Orte auf der Liste würden sonst „sehr schnell und sehr hart angegriffen“, schrieb er in Großbuchstaben – ebenso wie das Wort „Warnung“. Seine Tweet-Serie schloss Trump mit den Worten: „Die Vereinigten Staaten wollen keine Drohungen mehr!“

          Laut amerikanischer Regierung erfolgte der Angriff auf Soleimani in der Nacht zum Freitag in Bagdad, um weitere von ihm geplante Attacken auf amerikanische Diplomaten und Einsatzkräfte zu verhindern. Iran sprach von einem „terroristischen Akt“ der Vereinigten Staaten, für den sie „einen hohen Preis zahlen“ würden. Sollte es zu Angriffen auf amerikanische Ziele im Irak oder anderen Ländern des Nahen Ostens kommen, droht eine folgenschwere Spirale der Gewalt – wie auch Trumps jüngste Drohung unterstreicht.

          Trump begründete die Zahl der 52 ausgewählten Zielorte mit „jenen 52 amerikanischen Geiseln, die Iran vor vielen Jahren genommen hat“ – eine Anspielung auf die Besetzung der amerikanischen Botschaft in Teheran im November 1979. Aus Protest gegen die Aufnahme des gestürzten Schahs in den Vereinigten Staaten hatten iranische Studenten damals 52 Angehörige der Botschaft als Geiseln genommen und die Auslieferung des Schahs gefordert. Washington verhängte Sanktionen, die Geiselnahme endete nach 444 Tagen. Wegen der Botschaftsbesetzung brachen die Vereinigten Staaten die diplomatischen Beziehungen zu Iran ab. Hardliner in Iran feiern die Besetzung immer noch als revolutionäre Heldentat und Sieg über den amerikanischen Imperialismus.

          Der Tod Soleimanis, des Kommandeurs der iranischen Al-Quds-Brigaden, hat die schweren Spannungen in der ohnehin konfliktreichen Region nochmals verschärft. Das irakische Parlament berät am Sonntag in einer Dringlichkeitssitzung über Forderungen nach einem Abzug der rund 5000 verbliebenen amerikanischen Soldaten im Land. Der geschäftsführende Regierungschef Adel Abdel Mahdi sprach von „angemessenen Maßnahmen“, um „die Würde des Irak und dessen Sicherheit und Souveränität“ zu erhalten. Vize-Parlamentssprecher Hassan al-Kabi sagte: „Es ist Zeit, dem Leichtsinn und der Arroganz der Vereinigten Staaten ein Ende zu bereiten.“

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